Steglitz-Zehlendorf: Neuer Radweg kostet Hunderte Parkplätze

Lankwitz

In der Kaiser-Wilhelm-Straße in Lankwitz entsteht ein Pop-up-Radweg. Etliche Parkplätze fallen weg. Das sorgt für Ärger.

Die Senatsverkehrsverwaltung hatte den Radweg angeordnet, der Bezirk Steglitz-Zehlendorf muss die Pläne jetzt umsetzen. Radfahrer, die diese Wege schon lange gefordert hatten, dürften sich freuen. Doch stößt die Maßnahme auch auf große Gegenwehr. Der Grund: Wird der Radweg realisiert, „stehen künftig 50 bis 70 Prozent der Parkplätze in der Kaiser-Wilhelm-Straße nicht mehr zur Verfügung“, sagte Bezirksstadträtin Maren Schellenberg (Grüne) in der Bezirksverordnetenversammlung.

Die CDU hat deshalb bereits massiven Widerstand angekündigt. „Auf der Strecke von 1,5 Kilometern fallen Hunderte Parkplätze weg“, erklärte der CDU-Abgeordnete Oliver Friederici. Gewerbetreibende sowie Anwohner würden dadurch massiv beeinträchtigt. Derzeit läuft noch die Anhörungsphase, in der der Bezirk und die Polizei Stellung beziehen sollen. 

Große Gegenwehr für Radweg

Das Straßen- und Grünflächenamt strebt an, die von der Senatsverkehrsverwaltung angedachten Radfahrstreifen in der Kaiser-Wilhelm-Straße in zwei Abschnitte zu unterteilen: Der erste Abschnitt führt von der Paul-Schneider-Straße bis zur Kreuzung Alt-Lankwitz und der zweite Abschnitt von der Kreuzung Alt-Lankwitz bis zur Sieversbrücke.

Die CDU geht davon aus, dass die Anordnung noch im August und damit vor den Wahlen im September erfolgen wird. „Damit würden fast alle Parkplätze vor den Wohnhäusern und Geschäften in diesem Abschnitt der Kaiser-Wilhelm-Straße verschwinden“, sagt Friederici. Er werde gegen die Maßnahme der Parkplatzvernichtung vorgehen, zumal es keinerlei Bürgerbeteiligung gegeben habe. Hunderte Menschen müssten künftig in Lankwitz darunter leiden, da hier schon heute ein großes Parkplatzproblem bestehe.

Die Kaiser-Wilhelm-Straße ist eine große Wohn- und Geschäftsstraße. Für die Anwohner ist die Straße das erste Ziel, um Einkäufe zu erledigen.

Datum: 25. Juni 2021, Text. ast, Bild: IMAGO/Schöning