Berlin-Tegel: Der Flughafensee spaltet die Anwohner

Flughafensee-Berlin-Tegel

Die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt zum Entwicklungskonzept für den Flughafensee sind jetzt im Internet einsehbar.

Viele Menschen wünschten sich eine bessere Infrastruktur am Flughafensee in Tegel. Neben sauberen, öffentlichen Toiletten könnte es dort zukünftig auch einen Kiosk, Gastronomie und Verleihangebote geben. Andere befürchten, dass mit einer besseren Infrastruktur noch mehr Besucher angezogen und die Parkplatznot und Abfallprobleme rund um das Gewässer in Tegel verschärft werden. Diese gegensätzlichen Sichtweisen zählen zu den Ergebnissen einer digitalen Bürgerwerkstatt zum Entwicklungskonzept Flughafensee, über die das Bezirksamt Reinickendorf informiert.

Menschen rund um den Flughafensee befragt

In dessen Auftrag erarbeitet das Berliner Landschaftsarchitekturbüro gruppe F seit Anfang des Jahres das besagte Entwicklungskonzept. Dazu sammelte das Büro Fakten, befragte Menschen aus der Nachbarschaft sowie Vereine, Experten aus der Zivilgesellschaft und der Verwaltung. Unter den Teilnehmern waren auch Reinickendorfs Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) sowie weitere Vertreter des Bezirksamtes, der Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Wohnen sowie für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, von der Grün Berlin, dem NABU, der Polizei und dem Landeskriminalamt. Dabei kamen viele unterschiedliche Vorschläge zusammen, manches sei „heiß diskutiert“ worden.

Die Vorschläge und Diskussionsergebnisse können in der Dokumentation nachgelesen werden (siehe Link am Ende des Textes). Bis Juli wird die gruppe F die Ergebnisse aus der Online-Werkstatt auswerten und prüfen, weiterentwickeln und auf dieser Basis einen Maßnahmenkatalog mit Zeit- und Kostenplan erarbeiten. Dieser soll dann wieder im Rahmen einer Bürgerwerkstatt vorgestellt werden.

Flughafensee als kostenpflichtiges Freibad

Gerade an warmen Tagen lockt es viele Berliner an den Flughafensee. Anwohner beklagen seit Jahren unangenehme Begleiterscheinungen des Badevergnügens in dem für alle offenen Gewässer, vor allem zugeparkte Straßen und Müllberge. Eine Umfrage der CDU in der Siedlung „Waldidyll“ ergab, dass sich viele Menschen ein Aus für die Badestelle wünschen.

Reinickendorfs Ordnungsstadtrat Sebastian Maack (AfD) hat vorgeschlagen, „den Strand in ein kostenpflichtiges Freibad umzuwandeln“. Die AfD-Fraktion habe im Bezirksparlament einen entsprechenden Antrag eingebracht.

www.stadtentwicklung.berlin.de/nachhaltige-erneuerung/umfeld-txl/entwicklungskonzept-flughafensee/dokumente

Datum: 18. Juni 2021, Text: red/nm, Bild: IMAGO/Jürgen Ritter