Berlin-Mitte: Grundsteinlegung des House of One

Lange wurde geplant und die Baustelle vorbereitet. Heute um 11 Uhr wird nun der Grundstein für das Mehrreligionenhaus auf dem Petriplatz, das House of One, gelegt.

Coronabedingt können Interessierte nur virtuell bei der Grundsteinlegung dabei sein. Auf der Homepage des House of One wird es dazu einen Livestream geben. Außerdem werden Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sowie Azza Karam, Generalsekretärin des globalen Netzwerks Religion for Peace aus New York zugeschaltet oder anwesend sein.

Zusammenhalt in schwierigen Zeiten

Jüdische, christliche und muslimische Gläubige legen gemeinsam den Grundstein für das Mehrreligionenhaus House of One in Berlin, um den Zusammenhalt auch in schwierigen Zeiten zu demonstrieren. „Es ist nötiger denn je“, sagt Bischof Christian Stäblein von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) in Berlin. Frauen und Männer jüdischen, christlichen und muslimischen Glaubens stünden zusammen, wenn Fundamentalisten ihre Religionsgeschwister bedrohten. „Mit der Grundsteinlegung des House of One verbinde ich die Hoffnung, dass Lernen, Lehren, Beten, ja dass Gemeinschaft zwischen den drei abrahamitischen Religionen selbstverständlicher Alltag in unserer Stadt wird. Und ein Wegweiser für viele weitere gemeinsame Glaubenshäuser.“ Das House of One soll dem Dialog einen festen Ort geben. „Wir bauen das Haus, um ein Zeichen zu setzen“, ergänzt Rabbiner Andreas Nachama. Ich bin zuversichtlich, dass im Laufe der Jahre aus diesem Schneeball ein immer größerer wird.“ Und Imam Kadir Sanci sagt: „Es ist Zeit, Solidarität zu zeigen. Schweigen können wir uns nicht leisten.“

Die Idee, ein Gebäude in Mitte zu errichten, das Synagoge, Kirche und Moschee zugleich ist, kam erstmals 2011 auf. Seitdem gab es einen Architekturwettbewerb, mehrere Spenden- und Beteiligungsaktionen sowie einen provisorischen Pavillon. Heute wird der Grundstein für das neue Religionshaus gelegt. Als Fundament dienen die Reste der alten Petrikirchen.

Datum: 27. Mai 2021, Text: red/kr, Bild: House of One/  Kuehn Malvezzi