A100-Baustelle in Treptow: Neuer Bauherr – alte Konzepte

Die Anbindung der Baustelle der A100 an die Baustelle Elsenbrücke soll allein durch Ampeln gesteuert werden. Eine Machbarkeitsstudie zur Überdeckelung der Autobahn soll vom Senat beauftragt und durch den Bund umgesetzt werden.

Wer regelmäßig die Sonnenallee in Richtung Treptow entlang fährt, wird es bemerkt haben: An der Baustelle zum 16. Abschnitt der Autobahn A 100 pausieren die Arbeiten. Die avisierte Fertigstellung zum Jahresende haben die Planer hier schon lange abgeschrieben. Der Brückenbau zur Ringbahn-Überführung nahe der Kiefholzstraße musste neu ausgeschrieben werden. Dadurch verzögert sich die Fertigstellung dieses Bauabschnitts um zwei Jahre auf Ende 2023 und die Baukosten erhöhen sich von 417 Millionen auf rund 630 Millionen Euro.

Neuer Bauherr trifft auf bekannte Probleme

Nicht mehr der Berliner Senat, sondern die Autobahngesellschaft des Bundes (AdB) zeichnet seit Anfang des Jahres für den Weiterbau des Projektes verantwortlich. Details wie die Einbindung der Streckenführung an die im Umbau befindliche Elsenbrücke werden nun vom Bund entschieden. Einen Plan zur Regelung des Verkehrsflusses hat der Bund vom Senat übernommen: „Grundsätzlich ist (und war) vorgesehen, dass die Verkehrsströme über die städtischen Straßenverkehrsnetze und die Elsenbrücke verteilt kontrolliert abfließen – gesteuert durch Lichtsignalanlagen. Daher wird es hier keinen unkontrollierten Zufluss von motorisiertem Individualverkehr in die anliegenden Stadtteile geben“, verspricht die Senatsverkehrsverwaltung in einer Antwort zur schriftlichen Anfrage des SPD-Abgeordneten Tino Schopf.

Auch an der Anschlussstelle Am Treptower Park sollen Ampeln den Verkehr bedarfsgerecht regeln. „Die Steuerung berücksichtigt sowohl die weitere Abwicklung des Verkehrs und die damit verbundenen Entscheidungen beim Übergang ins Stadtstraßennetz“, heißt es im Senatsschreiben weiter. Die Dosierung erfolge im Rahmen der Möglichkeiten der verkehrsabhängigen Steuerung. „Was tut eine Ampel auch sonst?“, fragt sich der darüber nachdenkende Leser und erkennt nicht ganz den verkehrsauflösenden Moment dieser Maßnahmen.

Senat zahlt – Bund prüft

Zum Projekt der geplanten Überdeckelung der Autobahn scheint der Bund ebenfalls bereits getroffene Entscheidungen zu nutzen: „Da auch die Kosten für die Machbarkeitsstudien vom Land Berlin zu tragen sind, wäre zuerst deren Finanzierung zu sichern. Für deren Erstellung müsse der Bund erst noch beauftragt werden“, heißt es in dem Senatsschreiben.

Datum: 16. Mai, Text und Bild: Stefan Bartylla