Neukölln: Die “WalSi-Mieter” kämpfen gegen Verdrängung

Walsi Mieter Verdrängung

Die Neuköllner “WalSi”-Mieter wehren sich gegen Verdrängung. Die Bewohner der Walterstraße 4 und Silbersteinstraße 12/14 bangen um ihr Haus. Ein Schweizer Investor möchte die Wohneinheiten kaufen. Doch die Senatsverwaltung will helfen. 

“Unser Wohnhaus in Neukölln in der Walterstraße 4 und Silbersteinstraße 12/14 soll zu einem spekulativen Kaufpreis an einen rein profitorientierten Schweizer Investor verkauft werden”, so startete der Hilferuf der Mieter, um ihr Wohnhaus in Neukölln zu retten. Sie bitten den Bezirk Neukölln und Bezirksstadtrat Jochen Biedermann (Bündnis 90/Die Grünen), sich mit allen Mitteln für bezahlbares und sozial verträgliches Wohnen in Neukölln einzusetzen. Und vor dem Verkauf den Hauses an einen Investor zu bewahren. Auch die Senatsverwaltung für Finanzen wurde in dem Hilferuf angesprochen.

Zumindest Letztere hat nun den Mietern zugesichert, die städtische Wohnbaugesellschaft Stadt und Land bei einem Kauf der Wohneinheiten zu bezuschussen. “Das macht uns Mut, dass wir gemeinsam unser Zuhause retten können! Nun brauchen weiterhin Unterstützung, damit der Bezirk auch wirklich das Vorkaufsrecht in Anspruch nimmt und unsere Häuser erhalten bleiben. Nicht für Investoren, sondern für die Menschen, die in ihnen wohnen!”

Haus liegt im Milieuschutzgebiet

In dem Haus gibt es 29 bunt gemischte Wohnparteien, eine Kindertagesstätte sowie eine Sprach- und Musikschule. “Da unser Haus im Milieuschutzgebiet „Silbersteinstraße / Glasower Straße“ liegt, kann der Bezirk Neukölln aktiv werden und sein „Vorkaufsrecht zugunsten Dritter“ ausüben, so die Hausgemeinschaft. Dies setze allerdings voraus, dass ein passender Käufer sich meldet, der das Vorkaufsrecht ausüben will und kann.

Hierfür kommen sowohl städtische Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften, aber auch Privatpersonen in Betracht. “Aufgrund der aktuell hohen Immobilienpreise ist es wahrscheinlich, dass ein Vorkauf nicht ohne Unterstützung der Senatsverwaltung für Finanzen möglich ist.” Die Zusicherung der Senatsverwaltung lässt dementsprechend die Hoffnung der Mieter neu aufflammen. 

Datum: 14. Mai 2021, Text: Anna von Stefenelli, Bild: WalSi

 

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