Berlin-Zehlendorf: Neues Rathaus soll größer und besser werden

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Das Rathaus Zehlendorf wird in naher Zukunft umgebaut und erweitert. Derzeit läuft das städtebauliche Gutachterverfahren. 

Seit Jahren warten die Menschen in Zehlendorf darauf, dass das Rathaus Zehlendorf auf einen neuen Stand gebracht wird. Das gilt gerade für diejenigen, die in dem engen, technisch veralteten und zum Teil asbesthaltigen Gebäudekomplex arbeiten.

Bezirk Steglitz-Zehlendorf erwartet Ergebnis bis zum Jahresende

Umbau und Erweiterung des Verwaltungszentrums rücken jetzt näher. Im Rahmen des Gutachterverfahrens werden fünf Architekturbüros Konzepte für das Rathausensemble und den Dorfkern im Rahmen des Wettbewerbs präsentieren. Im Juni können Anwohner ihre Ideen äußern, wird berichtet. “Das Bezirksamt hofft, Ende des Jahres ein Ergebnis zu erhalten, dass dann als Grundlage für den folgenden hochbaulichen Realisierungswettbewerb dient”, so Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski in ihrer schriftlichen Antwort auf eine Anfrage der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung. 

Mit der Erweiterung sollen bislang an unterschiedlichen Standorten untergebrachte Organisationseinheiten mit Publikumsverkehr am Standort Zehlendorf-Mitte zusammengeführt und eine zentrale Anlaufstelle für Bürger geschaffen werden, heißt es in der Wettbewerbsausschreibung. Das denkmalgeschützte Hauptgebäude von 1928 wurde später durch vier weitere Bauteile ergänzt, die jedoch sämtlich erhebliche funktionale und baulich-energetische Mängel aufweisen und nicht erhalten werden sollen.

Der Untersuchungsbereich des Gutachterverfahrens umfasst das Rathausgrundstück, die Kirchstraße, den “Platz” vor dem Bürgersaal und das Grundstück der Gottfried-Benn-Bibliothek. “Der Dorfanger ist nicht Gegenstand des Gutachterverfahrens, die Bedeutung der denkmalgeschützten Dorfaue ist bekannt, die Dorfaue ist auch Gegenstand aller bereits erfolgten Untersuchungen zu Zehlendorf-Mitte”, so Richter-Kotowski.

Rathaus soll Zehlendorfs Ortskern beflügeln

Für die Rathauschefin sind Konzepte gefragt, die den Ort städtebaulich aufwerten und mit dem Umfeld vernetzen. “Das neue Rathaus als Mittelpunkt im Ortskern soll Impulsgeber für die vielfältigen Überlegungen zum Ortsteilzentrum sein.”

Nicht nur aus Sicht der SPD-Fraktion ist der Handlungsbedarf immens. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Juliana Kölsch warnt vor Gesundheitsgefahren für die Mitarbeitenden. “In Pandemiezeiten soll viel gelüftet werden, wegen der Asbestgefährdung im Neubau darf dort nicht gelüftet werden”, lässt sie wissen. “Die sanitären Verhältnisse sind untragbar, es gibt kein Trinkwasser, das Wasser muss vor der Benutzung abgekocht werden, da die Rohre keine Sicherheit mehr bieten.” 

Das Rathaus sei der Mittelpunkt von Zehlendorfs historischem Kern, so Kölsch: “Die Bürger wollen als Anbau keinen seelenlosen Betonklotz.” Für sie wäre ein Trakt in Holzbauweise denkbar. “Zudem sollte es eine gestalterische Verbindung zwischen Rathausvorplatz, Dorfaue bis und Bibliothek geben. Anstatt der großflächigen Parkplätze könnte man den ruhenden Verkehr entweder in einem Parkhaus oder unterirdisch anlegen. Die gewonnene Fläche könnte man dann für die Bürger gestalten. Das neue Rathaus sollte nicht nur ein Verwaltungszentrum sein, sondern auch ein Treffpunkt für die Bürger.”

Datum: 28. April 2021, Text: Nils Michaelis, Bild: imago/Schöning