Charlottenburg-Wilmersdorf: Umwandlung von Büros in Wohnraum gefordert

Die Grünen-Fraktion fordert eine Studie zum Potenzial ungenutzter Büroräume in Charlottenburg-Wilmersdorf. Dabei könnte die City West eine entscheidende Rolle spielen.

Seit Monaten arbeiten viele Berliner statt im Großraumbüro im heimischen Wohnzimmer. Gleichzeitig wächst die Wohnungsnot in der Stadt. Das Bündnis „Soziales Wohnen“ fordert deshalb, ungenutzte Büros in den kommenden Jahren in Wohnraum umzuwandeln. Wächst die Akzeptanz des Homeoffice weiter, könnten bis 2025 mehr als 200.000 neue Wohnungen in Deutschland angeboten werden. Ähnliches Potenzial sehen die Grünen in Charlottenburg-Wilmersdorf.

 „Viele aktuell genutzte Büroräume in ehemaligen Wohnungen, aber auch explizite Bürogebäude entsprechen nicht mehr den aktuellen Standards moderner Arbeitsplätze“, erklärt der Stadtrat in einer Antwort auf eine Anfrage der Bündnisgrünen. Die Grünen-Fraktion im Bezirksparlament fordert das Bezirksamt nun auf, in einer Studie zu ermitteln, wie viele leerstehende Gewerbeflächen es im Bezirk gibt, die langfristig als Wohnraum genutzt werden könnten.

Leerstand vermeiden 

„Die Corona-Krise führt zu Änderungen des Arbeits- und Konsumalltags mit Homeoffice und Internetshopping. Das hat Konsequenzen für die Einkaufs- und Geschäftsstraßen, es gilt, Leerstand zu vermeiden“, beschreibt Jenny Wieland, Sprecherin für Stadtentwicklung, die Problemlage. Dem kann mit der Umnutzung von Büros zu Wohnungen entgegengewirkt werden. „Nicht nur durch Neubau kann neuer Wohnraum entstehen. Ressourcen- und flächenschonender geht es, wenn leerstehende Geschäftsräume effizient genutzt werden“, so Wieland. Dabei könnte auch der Masterplan für die City West eine wichtige Rolle spielen.

Noch bis zum 11. Mai haben Interessierte Gelegenheit, sich über die geplanten Maßnahmen zu informieren und eigene Ideen einzubringen. Im Anschluss findet eine digitale Diskussionsveranstaltung statt. Zur Diskussion steht auch die weiterhin geplante Mischnutzung aus Büros und Wohnraum.

Datum: 24. April 2021, Text: kr, Bild: IMAGO/Ralph Peters