Berlin-Charlottenburg: Hotel wurde geräumt

Nach Hinweis aus der Bevölkerung: Ordnungsamt und Polizei stießen auf mutmaßliches Diebesgut und mehr als 20 Menschen, die sich undokumentiert in dem Hotel an der Wundtstraße aufhielten.

Eigentlich sind die Berliner Hotels seit knapp einem Jahr leer. Umso überraschter waren Mitarbeiter des Ordnungsamts Charlottenburg, als sie gemeinsam mit Einsatzkräften der Polizei auf gleich mehrere Personen und Familien trafen, die sich offenbar illegal in dem „Hotel Messe am Funkturm“ eingemietet hatten. Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung, so das Ordnungsamt, hätten sie am 21. April gegen 10 Uhr die Herberge in der Wundtstraße betreten und bemerkt, dass der Betreiber die Personalien seiner Gäste nicht dokumentiert hatte und auch keine konkreten Auskünfte zu den Personen geben konnte.

Weitere Entdeckungen gemacht

Bei der anschließenden Überprüfung der Anwesenden stellte sich heraus, dass sich Einzelpersonen und ganze Familien eingemietet hatten, die regulär in Unterkünften für Geflüchtete untergebracht waren. „Durch den Wechsel des Aufenthaltsortes wollten sie sich mutmaßlich einer avisierten Abschiebung entziehen. Hierzu wurden Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz eingeleitet und die Aufenthaltsdokumente eingezogen“, heißt es vom Bezirksamt dazu.

Doch die Einsatzkräfte haben noch weitere Entdeckungen im Hotel gemacht. In den genutzten Zimmern fanden sie diverse Süßwaren-, Kosmetik-, Haushalts- und Elektronikartikel sowie verschiedene Werkzeuge in Originalverpackungen in für Privathaushalte unüblichen Mengen. Die Gegenstände wurden wegen Verdachts des Diebstahls allesamt beschlagnahmt und die Herberge anschließend versiegelt. „Auf Anordnung des Ordnungsamtes untersagten die Einsatzkräfte den Weiterbetrieb des Hotels und versiegelten die Räume. Der 65-jährige Betreiber muss sich neben der Beihilfe zum Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz auch wegen Zuwiderhandlungen gegen die Infektionsschutzmaßnahmen- und Gewerbeverordnung verantworten.“

Datum: 23. April 2021, Text: red/kr, Symbolbild: IMAGO/photothek