Neuer Kiez für die Siemensstadt: Planungswerkstatt hat noch viele Fragen

Siemensstadt

In Architektenwürfen scheint die neue Gestalt der Siemensstadt zum Greifen nah. Aus Sicht der Planungswerkstatt Neue Siemensstadt sind aber noch viele Fragen ungeklärt.

“Nachdem der Senat der Änderung des Flächennutzungsplans für das Siemens-Gelände in Spandau Ende März zugestimmt hat, scheinen die Weichen für die Entwicklung des Gebietes gestellt”, teilt die Planungswerkstatt Neue Siemensstadt schriftlich mit. “Es ist zu erwarten, dass nun mit Hochdruck der Städtebauliche Vertrag vorbereitet wird, um noch im Sommer – vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus – unumstößlich Fakten für die weitere Planung und die Verantwortlichkeiten der Beteiligten zu schaffen.”

Der Baustart für die Siemensstadt² ist für das Jahr 2023 geplant. Die Kosten für das neue Quartier zum Wohnen, Arbeiten und Forschen werden auf rund 600 Millionen Euro geschätzt. Auf dem bislang geschlossenen Areal zwischen Nonnendammallee und Paulsternstraße entstehen rund 2.800 Wohnungen.

Planungswerkstatt vermisst übergreifendes Verkehrskonzept

Aus Sicht der Planungswerkstatt wird bei dem Projekt werde Tempo gemacht, obwohl viele zentrale Punkte noch ungeklärt seien. “Noch liegt kein Beschluss zum Rahmenkonzept für die künftige Bebauung vor”, lässt sie wissen. “Noch ist offen, wie der Bau dieses neuen Stadtquartiers mit den bestehenden Strukturen in Siemensstadt und Haselhorst vereinbar ist. Noch fehlt ein übergreifendes Verkehrskonzept, das die Gegebenheiten und Entwicklungen in der Region berücksichtigt.”

Zudem liege die Machbarkeitsstudie der Deutschen Bahn zur Wiederinbetriebnahme und Verlängerung der Siemens-Bahn nicht vor. Das Bündnis bezeichnet das Vorhaben ohnehin als unnötig und die U7 als ausreichend. Weil viele Voraussetzungen für einen Städtebaulichen Vertrag fehlen würden, hält die Planungswerkstatt einen “übereilten Abschluss” des Vertrages  für falsch.

Um Dialog mit Anwohnern und Siemens bemüht

Die Planungswerkstatt Neue Siemensstadt bezeichnet sich als ein Zusammenschluss “engagierter Menschen”, die in Siemensstadt wohnen oder arbeiten. Seit zwei Jahren habe sich die Gruppe intensiv mit den Planungen auseinandergesetzt und dabei stets den Dialog mit den Bürgern, der Politik und Siemens gesucht. 

Datum: 17. April 2021, Text: red/nm, Bild: imago/Schöning