Planungen gestartet: Mit der M10 bis zum Bahnhof Jungfernheide

Die Arbeiten an der neuen M10-Strecke vom Hauptbahnhof bis zur Turmstraße sollen bald beginnen. Doch dabei soll es nicht bleiben: Ab 2028 sollen Fahrgäste mit der stark frequentierten Straßenbahn sogar bis zum Bahnhof Jungfernheide fahren können. 

Während die geplante Verlängerung der Straßenbahnlinie M10 von Friedrichshain bis nach Neukölln derzeit für einige Kritik sorgt, wird die Idee, die Tram von der Turmstraße bis zum U- und S-Bahnhof Jungfernheide zu führen, eher positiv aufgenommen. Die favorisierte Streckenführung wurde am Mittwochabend bei einer Informationsveranstaltung vorgestellt.

Demnach könnte die M10 ab 2028 ab dem U-Bahnhof Turmstraße entlang der Kaiserin-Augusta-Straße und der Osnabrücker Straße über die Tegeler Straße bis zum Bahnhof Jungfernheide fahren – und das im Fünf-Minuten-Takt. Diese Variante habe in den Planungen „beste Ergebnisse erzielt“, wie Lutz Richter von der zuständigen Verkehrs-Consult Dresden-Berlin (VCDB) erklärt, „insbesondere aus Sicht der Anwohnenden und Fahrgäste“. Der Abschnitt soll sich an die neue Strecke der M10 vom Hauptbahnhof bis zur Turmstraße anschließen, der 2023 in Betrieb genommen werden soll. Unter dem Namen „Turmstraße II“ soll die stark frequentierte M10 künftig noch weiter in den Westen hineinführen.

Gebiet erschließen

Davon sollen vor allem die Anwohnenden rund um die Osnabrücker Straße profitieren. „Die Erreichbarkeit wird deutlich verbessert“, so Richter. Zudem gebe es gute Umsteigemöglichkeiten für alle zu den U- und S-Bahnen am Bahnhof Jungfernheide. Die Bus-Linie M27, die aktuell noch hierherfährt, soll nach Inbetriebnahme der neuen Straßenbahnstrecke, nur noch bis zur Turmstraße fahren.

Geplant ist eine „stadtverträgliche Integration“ der Straßenbahn. So müssten zwar an einigen Stellen Bäume, Bushaltestellen und Parkplätze weichen, dafür sollen Geh- und Fußgängerbereiche nicht von Änderungen betroffen sein. Priorität bei der Planung hätten dann auch „straßenbündige Abschnitte“, wie Anne-Catrin Norkauer von der VCDB erklärt. Also Abschnitte, in denen die Tram auf einem besonderen Bahnkörper verkehrt und somit nicht von Pkws überholt werden kann.

Für den Radverkehr sollen überall mindestens zwei Meter breite Radfahrstreifen sowie sogenannte Kaphaltestellen errichtet werden. Autofreie Bereiche, wie von einigen Anwohnenden gefordert, wird es aber nicht geben. Wer seine Ideen und Anregungen noch einbringen möchte, hat dazu noch bis zum 29. April auf der Beteiligungsplattform mein.berlin Gelegenheit. 

Datum: 16. April 2021, Text: kr, Visualisierungen: Ingenieurbüro Dipl-Ing. H. Vössing