Das Heizkraftwerk Wilmersdorf verabschiedet sich

Heizkraftwerk Wilmersdorf
Seine Geschichte beginnt im Jahr 1911. Doch älter als nunmehr 110 Jahre wird das markante Kraftwerk an der Stadtautobahn A100 nicht. Vattenfall nimmt das Heizkraftwerk Wilmersdorf vom Netz, wie der Energiekonzern mitteilte.
Demnach startet Vattenfall im Juni dieses Jahres mit dem Rückbau der drei weithin sichtbaren Schornsteine und Kesselhäuser. Damit verschwindet ein Wahrzeichen aus dem Stadtbild. Der Rückbau des Heizkraftwerkes stellt zugleich einen Meilenstein auf dem Weg zu Berlins Klimaneutralität dar.
 
Bei der Strom- und Wärmeversorgung der Hauptstadt spielte das Heizkraftwerk Wilmersdorf in den vergangenen Jahren eher eine Nebenrolle. Die Anlage wurde nur noch temporär – in Spitzenlastzeiten – betrieben oder wenn andere Kraftwerke nicht am Netz waren. Nun macht der geschichtsträchtige Koloss Platz für nachfolgende Energieerzeugungs-Generationen. Bis Ende 2022 soll das Monument Berliner Energiegeschichte verschwunden sein.
 

Ein Kran-Riese kommt zum Einsatz

Derzeit laufen die Rückbaumaßnahmen mit der Einrichtung der Baustelle. Ab der zweiten Juni-Hälfte wird ein „Kran-Riese“ aufgestellt, der die jeweils 102 Meter hohen Schornsteine und Kesselhäuser nacheinander von oben nach unten abträgt. Damit verschwindet zwar das HKW Wilmersdorf, doch der Energiestandort lebt weiter. Denn neben der Erzeugung hat das Gelände an der Forckenbeckstraße schon immer auch eine wesentliche Rolle für die Verteilung von Fernwärme gespielt.
 
Darüber hinaus wird an Plänen für die zukünftige Nutzung des Standortes gearbeitet, bei denen die nachhaltige Erzeugung von Stadtwärme eine Rolle spielt.  Damit kommt auch das Land Berlin dem Ziel näher, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden und die Treibhausgasemissionen in der Stadt gegenüber 1990 um 95 Prozent zu reduzieren.
 
Datum: 8. April 2021, Text: red/ast, Bild: imago images / Manfred Segerer