Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf: Corona-Tests nach mehrtägigem Anlauf im Angebot

Die vom Senat vorgeschriebene Corona-Testung für die 1.800 Mitarbeiter des Marzahn-Hellersdorfer Bezirksamtes startete nach organisatorischem Vorlauf tatsächlich erst am 8. April. Eine Senats-Entscheidung zur Testpflicht für Mitarbeiter mit Kundenkontakt steht indes immer noch aus. 

Diese Nachfrage des Berliner Abendblattes schmeckte der Marzahn-Hellersdorfer Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke) ganz und gar nicht. Dabei wollte die Redaktion einfach nur eingeordnet wissen, worüber der Tagesspiegel-Newsletter tags zuvor berichtet hatte. Demnach wurden die allgemeinen Testungsmöglichkeiten auf Corona für alle ihre Bezirksamtsmitarbeiter erst am 6. April eingerichtet, obwohl laut aktueller Corona-Verordnung des Senats diese Bestimmung für alle Berliner Unternehmen bereits seit dem 31. März gilt. Auf die Frage, warum die Testeinführung nicht früher geschah, gab es folgende Antwort aus dem Marzahn-Hellersdorfer Bürgermeisterbüro:

„Ich empfinde Ihre Frage als eine Zumutung, denn es bedarf schon der Auswahl eines Dienstleisters, dem Vorhandensein des Testmaterials und vorab noch der Finanzierungsklärung mit der Senatsverwaltung für Finanzen. Das alles ist innerhalb von sieben Arbeitstagen erfolgt, die Verordnung ist vor vier Arbeitstagen veröffentlicht worden.”

Vorlauf und Umsetzung

Die im Tagesspiegel-Newsletter formulierte Äußerung, dass das Angebot von Corona-Tests im Bezirksamt mit seinen 1.800 Mitarbeitern verspätet eingeführt wurde, sei demnach falsch. „Die Organisation der Testung ist sofort aufgenommen worden. Zwei Tage bevor die Verordnung veröffentlicht war. Der Start ist heute (Anm. der Redaktion: 8. April) erfolgt”, erklärt Dagmar Pohle. Ab sofort seien sowohl Selbsttests in Eigenanwendung als auch Schnelltests über einen Dienstleister für alle Bezirksamtsmitglieder verfügbar. 

Noch keine Entscheidung zur Testpflicht

Allein zur Frage der Testpflicht für Mitarbeiter im Kundenkontakt stünden Entscheidungen laut Pohle aktuell noch aus. „Wir sind in der rechtlichen Klärung mit dem Senatskrisenstab. Allerdings haben wir noch keine Antwort”, teilt die Bürgermeisterin mit. Bisher gäbe es allein ein Angebot einer Testung in den Bürodienstgebäuden und Bürgerämtern für alle Mitarbeiter.

Datum: 8. April 2021, Text: Stefan Bartylla, Bild: IMAGO / Christian Thiel