Kinderarmut: Lichtenberg handelt

Bezirk erarbeitet Bericht und veranstaltet am 26. Mai eine Konferenz zum Thema

Das Bezirksamt Lichtenberg hat den berlinweit ersten bezirklichen Kinderarmutsbericht erarbeitet. In Lichtenberg leben demnach derzeit mehr als 13.000 Kinder in Armut. Kinder und Jugendliche im Alter unter 15 Jahren gelten als arm, wenn sie in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II (Sozialleistungen, umgangssprachlich Hartz 4) leben.

Im Bezirk galten diese Kriterien für rund 28 Prozent aller unter 18-Jährigen. Der Bezirk selbst liegt mit dieser Quote knapp über dem Berliner Mittelwert. Eine große Rolle in der Statistik spielen dabei Ein-Eltern-Familien (also Alleinerziehende). Im Jahr 2018 lebten insgesamt 34 Prozent aller Familien in einer alleinerziehenden Lebensform – eine Quote, die wiederum über dem Berliner Durchschnitt liegt.

Jetzt sollen Strategien gegen Kinderarmut entwickelt werden.

Um dieser Entwicklung zu begegnen, hat sich der Bezirk 2019 auf den Weg gemacht, Kinderarmut mit einer auf das Kind fokussierten Armutspräventionsstrategie zu begegnen. Auf der Basis des Kinderarmutsberichts sollen nun konkrete Handlungsempfehlungen umgesetzt werden. 32 Fachleute haben dazu ihre Expertise in einer Broschüre auf insgesamt 136 Seiten dargelegt und schildern die Realität und ihre Wahrnehmung von in Armut lebenden Kindern und Jugendlichen. Jetzt soll Aufmerksamkeit für das brisante Thema geschaffen und notwendige Handlungsmöglichkeiten auf der zweiten Lichtenberger Kinderarmutskonferenz am 26. Mai diskutiert werden.

Einladung zur Online

Interessierte Bürger sind eingeladen, an der Konferenz teilzunehmen, die als Präsenzveranstaltung im Christlichen Sozialwerk Berlin, Landsberger Allee 225, und als Online-Livestream stattfinden soll. „Wir wollen Kindern, die in Armut leben, helfen und ihnen Gehör verschaffen“, erläutert Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) das Vorhaben, das jetzt mit der Bilder- und Social-Media-Kampagne „#100Stimmen“ von prominenten Lichtenbergern wie dem Eishockey-Star Sven Felski oder dem Street-Art-Künstler Christian Awe beworben wird.

 

Datum: 31. März 2021, Text: Stefan Bartylla, Bild: Bild: Imago images/Thomas Eisenhuth