Nach einem Jahr Pandemie: Verkehrte Welt in Zoo und Tierpark

Bilanz: Wie Zoo und Tierpark Berlin die Pandemie meistern.

Nach einem bärenstarken Erfolgsjahr mit rund 5,5 Millionen Gästen in 2019 stand die Welt im vergangenen Jahr auch für die Zoologischen Gärten Berlin auf dem Kopf. Die beliebten Bärenbrüder Pit und Paule absolvierten ihren – von Panda-Fans lange herbeigesehnten – ersten Ausflug unter Ausschluss der Öffentlichkeit und auch Eisbär-Teenager Hertha spielte vor leeren Rängen als Zoo und Tierpark im Frühjahr 2020 für sechs lange Wochen geschlossen hatten.

Der Tierpark, der dem kleineren, aber deutlich zentraleren Zoo im Westen in den Besucherzahlen immer um einiges hinterherhinkte, zeigte sich von der weltweiten Pandemie eher wenig beeindruckt. Während kurze Wege und ein hoher Touristenanteil im Westen bisher als Vorteil galten, zeigt sich in Krisenzeiten die Stärke von Europas größtem Landschaftstierpark im Osten der Stadt: ein weitläufiges Gelände und ein hoher Anteil an treuen Stammgästen, die ihrem Tierpark in guten und besonders auch in schlechten Zeiten zur Seite stehen. „Der Betrieb von Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin kostet uns täglich rund 140.000 Euro.

Millionen fehlen

Aufgrund fehlender Gäste steht der Zoo nun Umsatzverlusten in zweistelliger Millionenhöhe gegenüber. Damit fehlten uns dort nahezu die Hälfte unserer geplanten Einnahmen“, berichtet Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem. „Umso wichtiger war für uns die große Unterstützung, die uns zum einen vonseiten des Senats, aber auch von vielen Privatpersonen und Unternehmen entgegengebracht wurde.“ Trotz erschwerter Umstände wurden im Tierpark im vergangenen Jahr zwei Eröffnungen gefeiert: Das historische Alfred-Brehm-Haus erstrahlte als Regenwaldhaus in neuem Glanz und auch der erste Teil der neuen afrikanischen Savannenlandschaft wurde eingeweiht.

Große Pläne für die kommenden Monate

Auch zu Beginn des neuen Jahres ist in Zoo und Tierpark von Stillstand keine Spur. Vier große Bauprojekte laufen dank der bereits akquirierten Mittel derzeit auf Hochtouren: Noch im Sommer soll das ehemalige Raubtierhaus im Zoo die Gäste als Reich der Jäger empfangen und die Himalaya-Gebirgswelt im Tierpark soll schon im Frühjahr 2022 eröffnen. Schwere Baumaschinen sind derzeit auf den Baustellen für das neue Nashornhaus im Zoo und das alte Dickhäuterhaus im Tierpark im Einsatz. Hier soll bis 2023 Europas modernstes Elefantenhaus entstehen und das Herzstück der weitläufigen Savannenlandschaft mit Giraffen, Zebras und Antilopen bilden. Damit es im Anschluss nahtlos mit der Verbesserung der Haltungsbedingungen auch für die übrigen Tiere weitergehen kann, seien Zoo und Tierpark auf Unterstützung angewiesen, so Knieriem.

Das nächste Großprojekt wird ein neues Affenhaus im Zoo sein, für das Gorilla-Mädchen Tilla bereits jetzt kräftig die Spendentrommel rührt. Alle Infos zur Aktion und Optionen zur Ticketbuchung für Zoo und Tiergarten finden Interessierte im Internet.

Datum: 24. März 2021, Text: red., Bilder: Zoo Berlin