Vier neue Milieuschutzgebiete in Charlottenburg

Charlottenburg bekommt neue Milieuschutzgebiete. Die Linken-Fraktion begrüßt den Vorstoß, kritisiert aber lange Anlaufzeit.

So langsam nimmt der Schutz von Mietern auch in Charlottenburg-Wilmersdorf Gestalt an. In dieser Woche wurden gleich vier neue Milieuschutzgebiete beschlossen. Künftig sollen Mieter in den Quartieren Alt-Lietzow, am Karl-August-Platz, Jungfernheide und Richard-Wagner-Straße unter besonderem Schutz stehen. „Damit sind in Charlottenburg Wilmersdorf nunmehr in den vergangenen zwei Jahren sieben Milieuschutzgebiete neu ausgewiesen worden. Weitere Verfahren laufen“, fasst das Bezirksamt den Fortschritt zusammen. Und Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) ergänzt: „Charlottenburg-Wilmersdorf ist der Bezirk mit den meisten neu ausgewiesenen Milieuschutzgebieten dieser Wahlperiode. Milieuschutz wirkt – auch in Charlottenburg-Wilmersdorf.“

Wilmersdorf weiterhin ohne Milieuschutz

Lob, aber auch Kritik kam derweil von der Linken-Fraktion im Bezirksparlament. Die Entscheidung sei zwar begrüßenswert, aber die Ausweisung weiterer Milieuschutzgebiete auch „längst überfällig“, wie ihr Sprecher für Stadtentwicklung und Wohnen, Niklas Schenker, erklärt. „Die Verdrängung von Bestandsmieterinnen durch Umwandlung in Eigentum und Luxussanierungen läuft bereits seit Jahren und nur innerhalb von Milieuschutzgebieten kann die Verdrängung durch Umwandlung wirksam eingedämmt werden.“

Deshalb sei es umso bedauernswerter, dass die geforderten Teilbereiche der Milieuschutzgebiete rund um die Schloßstraße und den Amtsgerichtsplatz noch immer ohne Schutz seien. Schenker kritisiert zudem, dass es im gesamten Bezirksteil Wilmersdorf bislang kein einziges Milieuschutzgebiet gibt. Tatsächlich lässt das seit Langem geforderte Milieuschutzgebiet „Fasanenplatz“ weiterhin auf sich warten. Es wäre das erste Schutzgebiet in Wilmersdorf.

Datum: 12. März 2021, Text: kr, Symbolbild: IMAGO/Jürgen Heinrich