Berliner Eiche “Dicke Marie” zählt jetzt zum Nationalerbe

Eiche Dicke Marie Tegel Reinickendorf Berlin Deutschland Eiche Dicke Marie Tegel Reinickendorf

Der erste Berliner Baum hat es in die Galerie der Nationalerbe-Bäume geschafft. Die Auszeichnung geht nach Tegel. 

Für die “Dicke Marie”, eine 600 Jahre alte Stieleiche im Tegeler Forst, ist kürzlich der Vertrag durch die Initiative “Nationalerbe-Bäume” unterzeichnet worden. Die “Dicke Marie” ist einer der dicksten, ältesten und bekanntesten Berliner Bäume. Die Stieleiche steht zwischen dem Schlosspark Tegel und dem Tegeler See und ist schon länger ein beliebter Anlaufort für Spaziergänger. Die “Dicke Marie” hat an der dicksten Stelle einen Umfang von über 6,7 Metern.

Bäume sollen in Würde altern

Hinter der Auszeichnung steht die Deutsche Dendrologische Gesellschaft e.V. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, so genannte “Uralt-Bäume”, die über 1.000 Jahre alt werden können, zu schützen und zu pflegen, um ihnen damit langfristig ein “Altern in Würde” zu ermögli­chen. Der Verein verfolgt das Ziel, 100 Bäume in Deutschland als Nationalerbe-Bäume auszurufen

“Einigkeit besteht mit den Forstpraktikern darüber, dass wir bei dieser alten Eiche nur ganz wenige oder gar keine Sicherungsmaßnahmen durchführen wollen”, so die Initiative. “Die Eiche soll in Würde altern und dabei zeigen, was ein so alter Baum von selbst unternimmt, wenn Äste absterben

Name geht auf Humboldt-Brüder zurück

Ihren Namen hat die Eiche nach historischen Erzählungen von den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt erhalten, die im nahegelegenen Schloss Tegel aufwuchsen. Die beiden Brüder sollen den Baum nach ihrer Köchin Marie benannt haben, die wohlbeleibt gewesen sein soll. Früher diente die “Dicke Marie” als Grenzbaum und trennte die Gemarkungen Tegel und Heiligensee.

“Wir freuen uns, dass unsere ‘Dicke Marie’ als erster Forstbaum bundesweit in die Galerie der Nationalerbe-Bäume aufgenommen wird”, erklärt Felix Schönebeck, Vorsitzender des Vereins I love Tegel e.V. “Sie ist ein echtes Tegeler Wahrzeichen und eng mit der Geschichte der Humboldt-Brüder verbunden. Durch die Lage am Uferwanderweg am Tegeler See zieht sie viele Besucher bei einem Spaziergang an.”

Historische Spaziergänge geplant

Sein Verein werde sich dafür einsetzen, dass vor Ort ein Mülleimer mit Deckel installiert wird, so Schönebeck. Der fehlt nämlich bislang, was man bei einem Blick in die Umgebung leider auch sehen könne. Auch historische Spaziergänge mit einem Halt an der “Dicken Marie” seien geplant.

Die offizielle Ausrufung der “Dicken Marie” als Nationalerbe-Baum soll im Juli erfolgen.

Datum: 7. März 2021, Text: red/nm, Archivbild: imago images/Schöning