Tempelhof-Schöneberg: Offene Gaststätten und illegales Sonnenstudio geschlossen

Gaststätten Solarium geschlossen

Verriegelte Eingänge, heruntergelassene Rollläden und abgeklebte, mit Vorhängen abgedunkelte Fenster zeigten äußerlich geschlossene Betriebe. Aber Kontrollen in Tempelhof-Schöneberg offenbarten das Gegenteil: In zwei Gaststätten befanden sich unerlaubter Weise mehrere Kunden.

Die Kunden in den besagten Gaststätten um tranken, rauchten und spielten Glücksspiele, was derzeit aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht erlaubt ist. Die durch das Finanzamt ausgelesenen Geldspielgeräte ergaben einen Gesamtumsatz während des aktuellen Gaststätten-Lockdowns zwischen dem 16. Dezember 2020 und dem 19. Februar 2021 von über 30.000 Euro, wie das Ordnungsamt mitteilte. In diesem Fall wird der unerlaubt erzielte Umsatz als Bußgeld mit herangezogen, sodass ein Bußgeld von bis zu 40.000 Euro anhängig ist.

Volle Schönheitsbetriebe

Damit nicht genug. In einem Schöneberger Solarium befanden sich rund 20 Personen, alle zehn Sonnenbankkabinen waren belegt, auch Friseurtätigkeiten waren im Gange. Ein minderjähriger Aufpasser führte die Kunden nach einer Online-Terminvergabe über einen Hinterhof zum hinteren Notausgang des Sonnenstudios und begleitete sie in das Gebäude. Aufgrund der groben Missachtung der pandemiebedingten Infektionsschutzmaßnahmen des Betreibers und der Besucher wird dies eine erhebliche Geldbuße von bis zu 10.000 Euro nach sich ziehen.

Insgesamt wurden 95 Anzeigen nach der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung festgestellt. Unter anderem die Missachtung von Abstandgeboten und Kontaktbeschränkungen, fehlende Mund-Nasen-Bedeckungen sowie unerlaubte Gewerbeausübung. Alle Verstöße werden ausnahmslos zur Anzeige gebracht.

“Die Reaktion der Gaststätten- und Solariumbetreiber und deren Kunden auf die Aktion der Überwachungskräfte zeigt, dass trotz des vorhandenen Infektionsgeschehens und entsprechender Eindämmungsregelungen kaum Einsicht zu verzeichnen ist”, heißt es in einer Pressemitteilung des Ordnungsamts. Deshalb werde das Amt verstärkt Kontrollen durchführen. 

Datum: 26. Februar 2021, Text: red/ast, Bild: iStock / Getty Images Plus / Drazen Zigic