Berlin-Pankow: U9-Verlängerung rückt in weite Ferne

In Pankow und anderen Bezirken regt sich Kritik an den U-Bahn-Plänen des Senats. Bemängelt wird unter anderem, dass die Verlängerung der U9 von der Osloer Straße bis zum U- und S-Bahnhof Pankow in den aktuellen Planungen keine Rolle mehr spielt. 

Als vor einigen Tagen die Pläne des Senats für den Ausbau einiger U-Bahnstrecken bekanntgegeben wurden, war die Freude vor allem in Spandau groß. Für die Verlängerung der U7 bis zum BER und zur Spandauer Heerstraße hat der Berliner Senat nun eine Nutzen-Kosten-Analyse auf den Weg gebracht. Außerdem soll die U3 von der Krummen Lanke zum S-Bahnhof Mexikoplatz in Steglitz-Zehlendorf verlängert werden.

Nützliche Entlastung für Pankows Mitte

Vielen kommt bei den Planungen der Nordosten der Stadt zu kurz. In Pankow wird vor allem die fehlende Berücksichtigung der U9-Verlängerung kritisiert. Dabei würde dies „insbesondere für das Pankower Zentrum“ eine enorme Erleichterung bedeuten, wie Felix Reifschneider von der FDP-Fraktion Pankow, beim Nachrichtendienst Twitter erklärte.

Pläne dazu gibt es seit Jahren. Demnach soll die U9 im Norden nicht mehr an der Osloer Straße enden, sondern über die Wollankstraße bis zum U- und S-Bahnhof Pankow weitergeführt werden. Von Pankow bis nach Wedding bräuchten Fahrgäste dann nur noch knapp fünf Minuten, zum Bahnhof Zoo wären es 15 statt aktuell 25 Minuten.

Bahnhof Gesundbrunnen würde profitieren

Eine Verlängerung der U-Bahnlinie könnte zudem den U- und S-Bahnhof Gesundbrunnen entlasten, so die Begründung der Befürworter. Doch mittelfristig sind hier keine Machbarkeitsstudien vorgesehen, wie die Vorhabenliste des Senats zeigt. Denkbar wäre aber auch eine Anbindung per Straßenbahn.

Diese Variante wird vor allem von der SPD bevorzugt. Doch konkrete Planungen dazu lassen ebenfalls weiter auf sich warten. Lange Gesichter gab es übrigens auch in Reinickendorf: Die Fortführung der U8 ins Märkische Viertel wurde zurückgestellt. Und aus dem Abzweig der U6 zum neuen Quartier auf dem TXL-Gelände wird wohl gar nichts. 

Datum: 26. Februar 2021, Text: nm/kr, Bild: imago images/Schöning