Kreuzberg: Aldi in Markhalle Neun “will bleiben”

aldi markthalle neun

Die Debatte um den Discounter in der Markthalle Neun ist noch nicht vorbei. Am Montag veröffentlichte Aldi Nord nach einem Missverständnis eine Stellungnahme mit dem Titel “Aldi will bleiben”. Doch die Umstände machen es dem Discounter nicht einfach.

Aldi Nord und Anwohner im Wrangelkiez ringen nun schon seit fast zwei Jahren mit dem Bezirk und der Markthalle Neun um den Erhalt der dortigen Aldi-Filiale. Zum Juni 2019 hatte die Markthalle Neun dem Discounter gekündigt und einen Mietvertrag mit dm unterschrieben. Wegen der breiten Anwohnerproteste bekam Aldi schließlich einen neuen Mietvertrag, der jedoch monatlich kündbar ist. 

Entgegen einer Mitteilung des Bezirksamtes vom Dezember, wonach Aldi in der aktuellen Ladenfläche “keine Perspektive” sehe, wolle der Discounter sehr wohl dort bleiben, bis sich eine realistische Alternative im Kiez bietet. 

Für Aufregung sorgte nun eine Stellungnahme der Markthalle Neun vom 15. Februar 2021. Dort wird eine Pressemitteilung von Aldi Nord so interpretiert, dass Aldi auf der Suche nach einem neuen Standort sei und demnach die Filiale schließen will. 

“Aldi will bleiben”

Aldi dementiert dies umso ausdrücklicher mit dem Titel der Pressemitteilung, “Aldi will bleiben”. Doch das Unternhemen sandte in der Vergangenheit widersprüchliche Signale. Denn die Perspektive für die Zukunft fehle. Dies begründet Aldi Nord in der Mitteilung mit der „sehr kurzfristigen Kündigungsoption des Vermieters“. Der Vertrag sei „monatlich kündbar“, heißt es. Auf dieser Basis könnten die aufwendigen Modernisierungen nicht durchgeführt werden, bei anderen vertraglichen Bedingungen dagegen wären sie durchaus umsetzbar.

Aber Aldi Nord habe „stets verdeutlicht, dass wir weiterhin unsere Rolle als Nahversorger des umliegenden Quartiers sehen und grundsätzlich in der Markthalle bleiben würden, bis sich eine realistische und ortsnahe Alternative bietet“, heißt es weiter. Sich aus dem Wrangelkiez zurückziehen, stehe für das Unternehmen nicht zur Debatte. 

“Doch die sehr kurzfristige Kündigungsoption des Vermieters gestaltet sich nach wie vor problematisch, da sie uns jegliche Planungssicherheit nimmt. Daher haben wir die dringend notwendige Modernisierung des Marktes vorerst auf Eis gelegt. Hier sind uns die Hände gebunden und wir sind weiterhin von dem guten Willen des Vermieters abhängig. Vertraglich haben wir daher tatsächlich derzeit keine langfristige Perspektive für den Markt”, heißt es in der Pressemitteilung.

Datum: 21. Februar 2021, Text: red/ast; Bild: Emmanuele Contini