Berlin-Mitte: Ergebnisse der RKI-Studie vorgestellt

Die Studie wurde vor dem harten Lockdown im Dezember durchgeführt. Die nun veröffentlichten Zahlen zeigen, dass es bei den Teilnehmern fast doppelt so viele Infektionen gegeben hat wie zuvor registriert.

Wie verbreitet ist das Coronavirus im Bezirk Mitte wirklich? Das wollte ein Team des Robert-Koch-Instituts (RKI) in einer umfangreichen Studie herausfinden. 2.200 Erwachsene aller Altersgruppen erhielten eine Einladung zur Studie „Corona-Monitoring lokal“. Nun liegen die Ergebnisse der Tests vor, die während der zweiten Welle stattgefunden haben. Und die Antikörper-Studie bestätigt, was einige Experten bereits seit langem vermutet haben. Demnach gab es fast doppelt so viele Infektionen wie registriert. Einige Forscher waren zuvor sogar von einer größeren Dunkelziffer ausgegangen. 

Knapp ein Prozent der Probanden war im November und Dezember akut mit Sars-Cov-2 infiziert, aber 4,4 Prozent der Untersuchten konnten Antikörper gegen das Coronavirus vorweisen. Bei ihnen verlief die Krankheit demnach weitestgehend symptomlos. Bei Frauen (3,8 Prozent) fanden die Forscher etwas seltener Antikörper als bei Männern (4,9 Prozent). Bei rund 37 Prozent der Erwachsenen mit positivem SARS-CoV-2-Test vor Studienbeginn blieb der Nachweis von Antikörpern hingegen aus. Dies bedeutet jedoch laut RKI nicht zwangsläufig, dass keine Immunität besteht.

Aktives Infektionsgeschehen im Winter

Ein ähnliches Bild wie in Mitte bietet sich auch in den anderen für die RKI-Studie ausgewählten Städten. In Bad Feilnbach etwa wurden 2,6-mal mehr Infektionen nachgewiesen als zuvor registriert, in Kupferzell sogar 3,9-mal mehr. Nach Orten in Bayern, Baden-Württemberg und dem Saarland ist der Bezirk der vierte Standort in Deutschland, an denen Daten vorliegen. „In Mitte gibt es ein aktives Infektionsgeschehen, das diffuser ist, als in vielen anderen Gemeinden. Zudem befinden wir uns mitten in der zweiten Welle. In den anderen Ortschaften konnten die Ausbrüche größtenteils auf das Frühjahr zurückgeführt werden“, sagte Studienleiterin Dr. Claudia Santos-Hövener im November. Damals war Mitte noch Spitzenreiter bei der Zahl der Neuinfektionen. Mittlerweile hat sich das Infektionsgeschehen im Bezirk etwas beruhigt, die 7-Tage-Inzidenz liegt seit  einigen Tagen unter 55. 

Datum: 19. Februar 2021, Text: kr/red., Symbolbild: IMAGO/ZUMA Wire