Am Stadtrand sollen die Bienen bald summen

Initiative „Ahrensfelde summt!“ startet mit Projekten zum Schutz von Insekten – und legt in der Barnimer Feldmark Benjeshecken an.

Der Regionalpark Barnimer Feldmark ist eine besondere Empfehlung für alle Berliner, die ein idyllisches Ausflugsziel jenseits der Großstadthektik suchen. Knapp hinter der nördlichen Stadtgrenze von Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg gelegen, gibt es hier auf den Feldern und Wiesen weite Flächen mit reichlich Natur und üppigem Grün. Der Regionalpark Barnimer Feldmark e.V. kümmert sich darum, dass dies nicht nur so bleibt: Hier sollen den Naturräume auch weitere Entwicklungsmöglichkeiten erhalten. Dazu werden durch den Verein Projekte und Veranstaltungen zur Landschaftsgestaltung und Naherholungsförderung auch mit Unterstützung der benachbarten Berliner Bezirk Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf initiiert und durchgeführt.

Vorbereitungen für einen Sommer mit Bienen

Jetzt in den Winterwochen widmet sich der Verein seinem Projekt „Ahrensfelde summt!” am Ortsrand von Klarahöh in der Gemeinde Ahrensfelde. Auf einem gemeindeeigenen Flurstück wird hier eine Totholzhecke, auch Benjeshecke genannt, gebaut. Ziel der Aktion ist es, die dort bereits zum Tag des Baumes im Jahr 2020 angelegte Gehölzinsel vom benachbarten Acker abzugrenzen und den Lebensraum für Honigbienen und anderer Tiere zu erweitern. In den nächsten Monaten und Jahren sollen weitere Projekte dieser Art folgen. So ist bereits eine weitere Benjeshecke im Ortsteil Blumberg, bestehend aus Gehölzschnitt aus der Kopfweidenpflege, und ein Fotowettbewerb zu den Naturschönheiten auf dem Gemeindegebiet in Planung. Im Sommer sollen dann auch Berliner Spaziergänger, Wanderer und Naturfreunde den “Insektenschatz” in den naturnahen Hecken beobachten können. 

Im Herbst wird weitergebaut

„Die Hecke in Klarahöh soll bis zum Frühling nur zu einem Teil fertiggestellt werden, um sie dann im Herbst, wenn die Vögel nicht mehr brüten und der Gehölzrückschnitt wieder erlaubt ist, weiterzubauen“, erklärt Josefine Wahl, Gemeindemitarbeiterin und zuständig für den Bereich Umweltschutz. Insofern die Pandemiesituation es zulasse, soll es dann an einem gemeinsamen Aktionstag möglich sein, Äste und Zweige aus dem eigenen Garten dort einzubauen. „Dazu wird die Initiative rechtzeitig einen Aufruf an alle Gartenbesitzer mit einem Herz für die Umwelt starten“, so Josefine Wahl.

„Zusammen mit Hermann Benjes, selbst Gärtner, Buchautor und Namensgeber dieser Hecken, habe ich schon in den 90er-Jahren zahlreiche Benjeshecken in der Region gelegt. Vögel, die im aufgeschichteten Astwerk brüten, bringen über ihren Kot verschiedene Pflanzensamen ein, sodass nach einigen Jahren insbesondere die bei Bienen so beliebten Wildobstgehölze aus unseren Hecken gewachsen sind“, berichtet Bernd Lichtenstein, langjähriges Mitglied und Träger des Berliner Naturschutzpreises.

Es sei schön zu sehen, dass eine so simple aber nachhaltige Methode der Schnittgutverwertung jetzt wieder aufgegriffen werde. Und das Beste sei, dass das nicht nur die Gemeinden, sondern auch alle Gärtner selbst auf ihren Flächen umsetzen und damit der Insektenwelt helfen könnten.

Datum 18. Februar 2021, Text: red/ylla, Bild: Regionalpark Barnimer Feldmark e.V.