Neukölln: Radfahrer fordern schnellere Lösung für die Hermannstraße

Hermannstraße Berlin FahrradInfrastruktur

In Neukölln fordern Anwohner in einem Antrag an die Bezirksverordnetenversammlung,  provisorische Radinfrastruktur auf der Hermannstraße noch vor dem Winter 2021 zu errichten. Die Verkehrssituation auf der Hermannstraße sei für Autofahrende, Fahrradfahrende, Fußgehende und Anwohnende desaströs. 

Die Neuköllner Hermannstraße soll Fahrrad-freundlicher werden und wird dafür ab Frühjahr 2021 umgestaltet: Autos und Lkw müssen sich dann pro Richtung mit einer Fahrspur begnügen, Radfahrer bekommen eine eigene Spur oder müssen sie sich mit Bussen teilen. Doch die Umsetzung sei zu spät. Die Situation sei für alle Verkehrsteilnehmer auf der Hermannstraße desaströs. 

Im Einwohner*innenantrags, der von der SPD Neukölln aufgenommen wurde, lassen die Bürger mehrere Forderungen verlauten: Etwa die Umsetzung der bereits vorhandenen Planung zum Bau einer sicheren Radinfrastruktur auf der gesamten Hermannstraße zwischen Glasower Straße und Hermannplatz bereits Anfang. Nämlich sobald geeignete Witterungsbedingungen vorhanden sind. Ziel sei eine durchgängige und gegebenenfalls provisorische Radinfrastruktur auf der Hermannstraße noch vor dem Winter 2021.

Kurzfristige Maßnahmen für gefährliche Stellen

“Hierfür müssen die Planungen für den nördlichen Abschnitt der Hermannstraße umgehend fortgesetzt werden. An besonders gefahrenträchtigen Stellen werden (kurzfristig) Maßnahmen zur Erhöhung der Fahrrad-Sicherheit umgesetzt, z.B. bauliche Maßnahmen zur Verhinderung des Parkens vor Kreuzungen oder Aufhebung des Gehwegparkens zwischen Selchower Str. und Herrfurthstraße, um die Gefahr des „Doorings“ zu verhindern”, heißt es weiters in dem Antrag. 

Marko Preuß ist Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr, Tiefbau und Ordnung und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD Neukölln. Die SPD hat den Antrag aufgenommen. Das Bezirksamt hat ihn nun geprüft und für die Bezirksverordnetenversammlung zugelassen.

Was für die Hermannstraße geplant ist

Die Hermannstraße bekommt eine Bus- und Fahrradspur. Die Hermannstraße soll demnach künftig für Autos und LKW in beide Richtungen nur noch einspurig befahrbar sein. Bislang stehen dem Verkehr eineinhalb Fahrbahnen zur Verfügung. Separate Radwege gibt es nur an sehr wenigen Abschnitten, beispielsweise im Abschnitt zwischen Hermannplatz und Flughafenstraße. 

In einem ersten Bauabschnitt soll zunächst auf dem südlichen Abschnitt zwischen Juliusstraße und S- und U-Bahnhof Hermannstraße eine Busspur errichtet werden, auf der auch Radfahrer fahren dürfen.

Der zweite Bauabschnitt wird dann den nördlichen Abschnitt zwischen S- und U-Bahnhof Hermannstraße bis zum Hermannplatz betreffen. Hier sollen die Radfahrer eine eigene, geschützte Spur bekommen. Diese solle durch Markierungen und durch Poller erkenntlich sein. Bei den Pollern werde es sich, laut Berg, entweder um dauerhafte Konstruktionen handeln oder um flexible, damit diese bei Rettungsmaßnahmen gegebenenfalls von Einsatzkräften schnell abgebaut werden können.  Insgesamt wird die Hermannstraße auf 2,6 Kilometern umgebaut. Mitte März soll das Konzept der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

 

Datum: 5. Februar 2021, Text: red, Bild: Daviv Weyand/imago images