Berlin-Friedrichshain: Straßenbahn zum Ostkreuz verzögert sich weiter

Von vielen seit Langem sehnsüchtig erwartet, von anderen kritisch beäugt: die Planungen für eine neue Straßenbahn-Strecke durch die Sonntagstraße werden im Frühjahr noch einmal für die Allgemeinheit ausgelegt. 

Während andere Straßenbahnprojekte wie die Verlängerung der Linie M10 bis zur Turmstraße langsam Fahrt aufnehmen, gestaltet sich die Planung der Tram zum Ostkreuz weiterhin schwierig. Die Idee, eine Straßenbahn von der Boxhagener Straße über die Holteistraße und die Sonntagstraße direkt zum Bahnhof Ostkreuz und weiter die Marktstraße entlang zu führen, kam bereits vor mehr als 15 Jahren auf. Konkreter wurden die Pläne Anfang 2018 mit einer ersten Projektauslegung. Gegen die 1,8 Kilometer lange Strecke sind dann knapp 900 Einwendungen eingereicht worden, insbesondere gegen die Streckenführung selbst und aus Lärmschutzgründen. Auch den Wegfall zahlreicher Parkplätze kritisieren die Anwohner.

Neue Auswertung Ende Februar

Die Planungsunterlagen beziehen die von der BVG ausgewerteten Einwendungen mit ein. Diese sollen Ende Februar für knapp einen Monat einsehbar sein – auch online. Im Anschluss hätten Anwohner nochmal zwei Wochen Zeit ihre Anmerkungen zum Tram-Neubau-Projekt einzubringen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Streckenführung über die Sonntagstraße.

Diese zeige laut Senat „wegen zahlreicher Nachverdichtungen durch den Ausbau von Dachgeschossen eine andere Situation, als zunächst berechnet“. Auch Naturschutzverbände, Leitungsträger und andere Träger öffentlicher Belange können sich beteiligen. Täglich könnten bis zu 4.400 Fahrgäste die neue Direktverbindung von Friedrichshain-Kreuzberg bis nach Lichtenberg ohne Umwege nutzen. Sollten den überarbeiteten Planungsunterlagen aber weitere Einwände oder gar Klagen der Anwohner folgen, könnte sich der Bau der Strecke noch um viele weitere Jahre verzögern. 

Datum: 2. Februar 2021, Text: kr/red, Visualisierung: renderwerke/bvg