Berlin-Tegel: Wird der Flughafensee zum kostenpflichtigen Freibad?

Reinickendorfer Bezirkspolitiker werben für neue Wege gegen Probleme rund um den Flughafensee.

An warmen Tagen lockt es viele Berliner an den Flughafensee in Tegel. Anwohner beklagen seit Jahren unangenehme Begleiterscheinungen des Badevergnügens in dem für alle offenen Gewässer, vor allem zugeparkte Straßen und Müllberge rund um den See. Eine Umfrage der CDU in der Siedlung „Waldidyll“ ergab, dass sich viele Menschen ein Aus für die Badestelle wünschen.

Mehr Abstand zur Natur

Reinickendorfs Ordnungsstadtrat Sebastian Maack schlägt vor, „den Strand in ein kostenpflichtiges Freibad umzuwandeln“. Die AfD-Fraktion habe im Bezirksparlament einen entsprechenden Antrag eingebracht. Mit den Einnahmen könnte für ansprechende Sanitäreinrichtungen und die regelmäßige Reinigung des Areals gesorgt werden, so der AfD-Politiker. „Die Bademeister könnten ausreichende Abstände der Badegäste zu dem Naturschutzgebiet sicherstellen. Nachts würde das Bad schließen, sodass keine schlafraubenden Partys mehr veranstaltet werden können.“

Die aktuelle Situation sei allerdings nicht vergleichbar mit der Zeit bis 2017, als der See von Obdachlosen und anderen Gruppen als Campingplatz, Partyzone und Grillfläche genutzt worden sei. Im Jahr 2018 wurde eine tägliche Reinigung durch die BSR im Sommer veranlasst. Bei Badewetter seien Streifen des Ordnungsamts mindestens zweimal am Tag vor Ort. Maack: „Das hat zu einer deutlichen Entspannung geführt und den See auch für Familien wieder nutzbar gemacht.“

Problemsommer 2020

Anwohner, die besagte Umfrage kritisch sehen, bestätigen diesen Eindruck. Lediglich im Sommer 2020, als die Stadtbäder geschlossen waren, habe es wieder größere Probleme gegeben, so Maack.

Die SPD-Fraktion fordert, ein Nutzungskonzept für den Flughafensee zu entwickeln, das die Interessen der „Waldiydll“-Bewohner und die Belange des Naturschutzgebiets berücksichtigt.

Datum: 2. Februar 2021, Text: Nils Michaelis, Archivbild: imago images/Jürgen Ritter