Berlin-Zehlendorf: Geistervilla in Schmarjestraße sucht neue Nutzer

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Das ungenutzte und denkmalgeschützte Gebäude in der Schmarjestraße 14 muss einen sozialen Zweck erfüllen. Bewerbungen laufen.

Das Interesse an der bezirkseigenen Villa in der Schmarjestraße 14 in Zehlendorf scheint groß zu sein. Mehr als 15 Bewerber haben sich die Zehlendorfer Immobilie bereits angesehen. Steglitz-Zehlendorfs Jugendstadträtin Carolina Böhm (SPD) war bei den Besichtigungen dabei und äußerte einen großen Wunsch: Bis zum Herbst soll das Haus wieder einen neuen Nutzer haben.

Am liebsten wäre den früheren Besitzern ein Seniorenheim für Musiker gewesen

Die Villa steht seit mehreren Jahren – genauer seit 2012 – leer. Deshalb wird sie auch „Geistervilla“ genannt. Das Bezirksamt ist Erbe der denkmalgeschützten Immobilie. Die Eigentümer, das Ehepaar Mehnert, hatten es dem Bezirk überlassen. Unter einer Bedingung: Die Immobilie soll für soziale Zwecke genutzt werden. Am liebsten wäre ihnen ein Seniorenheim für Musiker gewesen. Doch das lässt der Denkmalschutz offenbar nicht zu.

Zum Schluss war eine Kita in dem Haus. Diese musste ausziehen, weil der Bezirk den Vertrag nicht verlängert hatte. Einen Verkauf der Villa lehnte das Gericht mit Verweis auf das Testament ab.

Nutzung für Kultur und Bildung ist denkbar

Jetzt sucht der Bezirk Interessenten, die unter Beachtung des Denkmalschutzes den Willen der Erblasser erfüllen. Es ist ein erneuter Versuch, nach vielen gescheiterten in den vergangen Jahren. „Eine soziale Nutzung beinhaltet auch kulturelle Zwecke, Bildungszwecke, Zwecke des Gesundheitswesens oder ähnliches“, heißt es in den Ausschreibungsunterlagen. Denkbar sei auch eine Bewerbung durch Sportvereine oder Stiftungen.

Die Immobilie soll entweder auf der Grundlage eines Nutzungs- oder eines Erbbaurechtsvertrages überlassen werden. Auf den neuen Betreiber würde ein monatliches Nutzungsentgelt von etwa 4.400 Euro zuzüglich Nebenkosten zukommen. Der Wert der Villa aus dem Jahr 1912 mit einer Wohnfläche von 270 Quadratmetern wird mit knapp 350.000 Euro angegeben.

Die Bewerbungsfrist endet Mitte Februar

Die Bewerbungen müssen bis Mitte Februar eingereicht werden. Bereits einen Monat später soll die Entscheidung fallen. Geplant ist ein Vertrag über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren. 

Datum: 30. Januar 2021, Text: red, Bild: Bodo Kubrak/Wikimedia Commons