Berlin-Pankow: Gestank verhindert „Wilhelmsruher Tor”

Geruchsgutachten macht Bebauung mit Wohnungen unmöglich. Nun wird eine Nutzung als Büro- und Gewerbefläche geprüft. 

Rund 400 Wohneinheiten, eine Kindertagesstätte, öffentliche Grünflächen mit Spielplatz sowie Flächen für Dienstleistungen waren ursprünglich für das „Wilhelmsruher Tor“ unweit des S-Bahnhofs Wilhelmsruh geplant. Doch die Geruchsbelästigung des benachbarten Gewerbegebiets an der Flottenstraße mache eine Wohnsiedlung an dieser Stelle unmöglich, wie es nun aus dem Pankower Bezirksamt heißt.

Ein Geruchsgutachten ergab 2019 eine „erhebliche Überschreitung der Orientierungswerte“, unter anderem durch eine Bäckerei, eine Aluminiumgießerei sowie eine Kaffeerösterei auf dem Areal, das zum Nachbarbezirk Reinickendorf gehört. „Im Ergebnis wurde festgestellt, dass in vier der fünf Beurteilungsflächen die Immissionswerte für Wohn- und Mischgebiete überschritten werden. Besonders hoch sind die Belastungen entlang der Kopenhagener Straße“, heißt es im Gutachten noch. Lediglich an der Tollerstraße würden die Werte eingehalten.

Standort für Büros und mehr Gewerbe

Nun soll statt Wohnungen Platz für Gewerbe entstehen. Zudem werden Optionen für Büronutzung und Forschung geprüft. Eine Verbesserung der Geruchsbelästigung für alle Anwohner, die seit Jahren rund um den S-Bahnhof Wilhelmsruh leben, gebe es derweil nicht. „Die bestehende Wohnnutzung in Wilhelmsruh und Niederschönhausen hat sich ebenso, wie das benachbarte Industrie- und Gewerbegebiet Flottenstraße im Bezirk Reinickendorf historisch entwickelt und in Kenntnis der räumlichen Situation verfestigt.“ Für Maßnahmen dieser Art seien ohnehin die Senatsumweltverwaltung und das Bezirksamt Reinickendorf zuständig, so die Pankower Behörde. 

Datum: 29. Januar 2021, Text: red,kr, Bild: IMAGO/Jürgen Ritter