Ein neuer Stadtplatz für Alt-Mariendorf

Neuer Stadtplatz Alt-Mariendorf

Das historische Ortsteilzentrum Mariendorfs ist gegenwärtig ein Knotenpunkt für den Verkehr. Und alles andere als eine Augenweide. Lars Rauchfuß, Bezirksverordneter (SPD) aus Mariendorf, fordert deshalb einen neuen Stadtplatz – und für Tempelhof-Schöneberg einen Neustart der Verkehrspolitik. 

Wer sich am U-Bahnhof Alt-Mariendorf aufhält, vielleicht vor Eis-Hennig oder an der Friedenstraße, möchte vor allem eines – schnell weg. Zumindest, wenn es nach dem SPD-Bezirksverordneten des Ortes, Lars Rauchfuß, geht. Das Ortsteilzentrum Mariendorfs ist derzeit ein Knotenpunkt für den Verkehr der Bundesstraßen 96 und 101. “Deshalb ist der Ort belastet durch PKW- und Schwerlastverkehr und durch all den Lärm und Dreck, den das mit sich bringt. Schnell Umsteigen und weiter – die Aufenthaltsqualität am Fuße der Dorfkirche gibt kaum anderes her”, findet Rauchfuß.

Ein neuer Stadtplatz zum Verweilen

Um hier zu ganz konkreten Verbesserungen zu kommen, habe die SPD-Fraktion bereits im Jahr 2017 einen konkreten Vorschlag unterbreitet. Nämlich, dass das Bezirksamt – zuständigkeitshalber also die grüne Stadträtin Christiane Heiß –  sich gegenüber dem Senat für sichere Radwege am Knotenpunkt Alt-Mariendorf einzusetzen habe. Der Vorschlag fand in der Bezirksverordnetenversammlung Zustimmung,  “Der Gedanke dahinter ist, mit den Mitteln des Landes zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs zu einer insgesamt besseren und sichereren Verkehrssituation zu kommen. Und wir schlagen weiter vor, an der Kreuzung des Mariendorfer Damms mit der Friedenstraße einen neuen Stadtplatz zu gestalten. So wollen wir ein erlebbares Zentrum Mariendorfs schaffen, an dem man sich gerne aufhält.”

Die Rechnung sei einfach: Wenn der aus der Friedenstraße kommende Verkehr beim Rechtsabbiegen auf den Mariendorfer Damm Richtung Süden nicht mehr die geschwungene Verkehrsspange nimmt, sondern rechtwinklig abknickt, entsteht an der Bushaltestelle und dem Backsteinhaus ein Platz bis zur Mittelinsel. “Ein richtiger Stadtplatz also. Das beruhigt den Verkehr und verteilt vor allem den Stadtraum für mehr Aufenthaltsqualität um.” Dies sei zugleich auch eine Chance, das bisher eher “dunkel und ungepflegt daherkommende Ensemble aus „Feuerwehrhäuschen“ und Café Achteck” für die vielen Umsteigenden von Bahn zu Bus attraktiver, freundlicher und sicherer zu gestalten. Dies sei eine echte Verbesserung für die vielen Menschen, die sich hier täglich aufhalten.

Dass diese Initiative auf dem richtigen Dampfer ist, zeigt nun die Reaktion der Senatsverwaltung für Verkehr. Diese teilte mit, dass sie das Anliegen unterstütze. Konkret möchte sie an der Umsetzung mitwirken und könne auch einen Beitrag zur Finanzierung in Aussicht stellen. Und auch das bezirkliche Stadtentwicklungsamt bestätigt den Ansatz, statt der raumgreifenden Abbiegespur einen für die Menschen nutzbaren und gut einsehbaren Stadtplatz zu schaffen. 

Schlafende Verkehrspolitik

Doch der Politiker äußert auch Kritik an der bezirklichen Verkehrspolitik. “Weit über drei Jahre sind vergangen, seit die Verkehrsstadträtin die Einschätzungen anderer Behörden einholte. Die Einschätzung ihrer eigenen, der bezirklichen Verkehrsverwaltung, steht immer noch aus”, sagt er. Von dort sei lediglich zu hören, man wolle das Vorhaben in die Arbeitsplanung aufnehmen. “Also auf die lange Bank schieben”, findet er.  

Wenn die bezirkliche Verkehrsverwaltung ihren Winterschlaf beende, gäbe es bald schon Vorfreude für einen neuen Stadtplatz, der zum Verweilen einlädt, so Rauchfuß abschließend. 

Datum: 25. Januar, Text: ast, Bild: imago images / Schöning