FFP2-Masken: Was man über den Gebrauch wissen sollte

Wieso die OP-Masken sicherer sind als Stoffmasken und was es bei der Verwendung und Reinigung der Atemschutzmasken zu beachten gilt.

In Bayern sind sie bereits seit Montag Pflicht in Geschäften und den öffentlichen Verkehrsmitteln. In Berlin sollen die sogenannten medizinischen Masken, also OP-Masken und FFP2-Masken, ab Sonntag ebenfalls zur Pflichtausstattung im Kampf gegen das Coronavirus gehören. Die Anzahl der OP-Masken oder Mund-Nasen-Bedeckungen der Standards KN95/N95 hat aber ohnehin in den vergangenen Wochen zugenommen. Kein Wunder, gelten sie durch ihre stärkere Schutzfunktion – nicht nur für andere, sondern vor allem auch für den Träger selbst – doch als sicherer als die herkömmlichen Stoffmasken. Wir erklären die Wirkung der FFP2-Masken und erklären, worauf beim Tragen und der Reinigung des Mundschutzes geachtet werden sollte.

Medizinische Masken ab Sonntag Pflicht

OP-Masken filtern mehr kleine Partikel und Aerosole aus der Luft, bei richtiger Anwendung sogar bis zu 94 Prozent. Damit die Qualität stimmt, sollten Verbraucher beim Kauf die Zertifizierung achten. Dazu rät auch Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der Deutschen Krankenversicherung (DKV).  „Verbraucher erkennen zertifizierte Modelle am CE-Zeichen mit einer vierstelligen Zahlenkombination sowie dem Hinweis auf die Norm EN 149:2001+A1:2009.“ Die Masken sind entweder in der Apotheke oder online erhältlich und kosten pro Stück zwischen einem und bis zu sechs Euro. Neben den etwas teureren FFP2-Masken können in Berlin in Einzelhandel, im öffentlichen Nahverkehr und in Krankenhäusern sowie Arztpraxen auch einfache OP-Masken getragen werden. „Die Masken kosten im Handel pro Stück ungefähr 20 Cent”, erklärte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach der Senatssitzung. Das sei auch für Menschen mit normalen Einkommensverhältnissen „machbar”. 

Empfänger von Transferleistungen und Obdachlose können sich die entsprechenden Masken übrigens in den Bezirksämtern abholen. 

 FFP2-Masken richtig tragen

Damit die FFP2-Maske ihre volle Wirkung erreicht, muss sie aber auch richtig getragen werden. Das heißt, vorab die Hände waschen oder desinfizieren und die Maske anschließend über Mund, Nase und Wangen platzieren. „Besonders wichtig ist, darauf zu achten, dass die Ränder und der Nasenbügel dicht am Gesicht aufliegen, damit keine Atemluft entweichen kann“, empfiehlt der DKV Experte.

Ein Bart beispielsweise kann die Wirkung schon verringern. Der Gesundheitsexperte rät zudem, immer nur die eigene Maske zu verwenden und sie nicht mit anderen Menschen, beispielsweise Familienmitgliedern, zu teilen oder zu tauschen.

Masken wiederverwenden?

Die Masken sind ein Einmalprodukt und sollten eigentlich nicht länger als acht Stunden getragen werden. Allerdings kam eine Studie der Fachhochschule Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zu dem Ergebnis, dass die stark filternden Masken im Privatgebrauch, also wenn es beispielsweise um den Einkauf oder die Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln geht, desinfiziert und wiederverwendet werden können. Das Forscherteam hat dafür zwei Methoden identifiziert.

An der Luft trocknen lassen

Bei der ersten Methode trocknet die FFP2-Maske sieben Tage bei Raumluft. Nach dieser Zeitspanne sollten sich die Coronaviren auf der Maske um 95 Prozent reduziert haben. Die Maske zum Trocknen am besten an eine Wäscheleine oder an einen Haken an der Wand hängen. „Badezimmer und Küche sind als Standort eher ungeeignet, da diese Räume in der Regel zu feucht sind“, so Dr. Reuter. FFP2-Masken sollten insgesamt nur fünfmal getrocknet und anschließend durch neue ersetzt werden.

Erhitzen im Backofen

Auch das Trocknen im Backofen inaktiviert Coronaviren – und natürlich auch andere – in der FFP2-Maske. Wichtig dabei: Nach dem Tragen die Maske zunächst für einen Tag an der Luft trocknen. Anschließend auf einen Rost mit Backpapier legen und bei 80 Grad Ober- und Unterhitze für 60 Minuten im Ofen lassen. Danach die Maske auf dem Rost vollständig abkühlen lassen. Dr. Reuter rät, die Temperatur genau zu beachten. Denn wenn der Backofen zu heiß wird, kann sich die Maske leicht verformen oder ihre Filterfunktion verlieren. „Zu niedrige Temperaturen hingegen reichen nicht aus, um die Viren unschädlich zu machen.“

Übrigens: Bei FFP2-Masken mit Atemventil oder der formstabilen Variante funktioniert diese Behandlung nicht.

Besser nicht in den Kochtopf

Andere Methoden, die bei Stoffmasken gängig und wirksam sind, wie das Kochen im Kochtopf sind nicht geeignet, um die FFP2-Masken zu desinfizieren. Auch die Waschmaschine scheidet aus, da unter anderem das Waschmittel die Filterleistung mindern kann.

Ohnehin gilt laut dem Experten: „Wer den Verdacht hat, mit einer infizierten Person in Kontakt gewesen zu sein, oder eine Beschädigung der Maske feststellt, sollte diese besser sofort entsorgen“.

Datum: 21. Januar 2021; Text: red/kr., Bild: imago images/photothek