„Katastrophenjahr“ für Berliner Programmkinos

Programmkinos leiden unter Umsatzeinbrüchen von mehr als 60 Prozent, hoffen aber auf ein gutes Kinojahr 2021. 

Unter den Folgen der Corona-Pandemie und ihren Maßnahmen leiden neben den Kinofans vor allem die Betreiber der Lichtspielhäuser. So verwundert auch die Bilanz der AG Kino – Gilde Deutscher Filmkunsttheater, zu der unter anderem die Yorck Kinos gehören, wenig. „Mit Besucher- und Umsatzeinbrüchen von gut 63 Prozent stellt sich das Jahr für die Filmkunsttheater als eine Katastrophe dar“, resümieren sie in einer aktuellen Pressemitteilung. Dabei hätten sich die Programmkinos damit noch besser behauptet als der Gesamtmarkt mit Einbrüchen von 69 Prozent.

Filme vorne, die Anfang 2020 erschienen sind

Die Arthouse-Jahrescharts werden dann auch von Filmen angeführt, die Anfang des Jahres und vor Ausbruch der Pandemie bereits in den Kinos zu sehen waren. Nach Parasite, dem Sensationsgewinner der Oscars des südkoreanischen Regisseurs Bong Joon Ho, auf Platz eins finden sich auf den Plätzen zwei und drei mit „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ von Oscar-Gewinnerin Caroline Link und „Little Women“ von Greta Gerwig zwei Werke von Filmemacherinnen in den Top 3. Aber auch die Filme, die nach dem ersten Lockdown in die Berliner Kinos gekommen sind, konnten viele Zuschauer anlocken.

„Nach dem sehr erfolgreichen Jahresstart haben sich die Kinos während des Lockdowns im Frühjahr rasch auf die veränderte Situation eingestellt,“ so Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino – Gilde. „Die Kinos wollten unbedingt wieder spielen und auch wenn ein wirtschaftlicher Betrieb angesichts der Abstandsauflagen nicht möglich war, haben sie mit ausgefeilten Hygienekonzepten und einem vielfältiges Programm wieder geöffnet. Auch Dank der deutlich angehobenen Kinoprogrammpreise hat der Neustart funktioniert. Und das Publikum hat dies im Rahmen der Möglichkeiten auch honoriert.“ Das mache Hoffnung auf ein einigermaßen gutes Kinojahr nach einem Ende des Lockdowns.

Hoffen auf ein Kinojahr 2021

Auf das hoffen auch die großen Kinohäuser der Stadt. Filme, die viele Zuschauer anlocken könnten, gäbe es zudem einige. Neben dem neuen James Bond, der ursprünglich bereits im vergangenen Jahr in den Kinos anlaufen sollte, sind auch „Top Gun: Maverick”, der siebte Teil der „Mission Impossible“-Reihe, Marvels „Black Widow“ und Steven Spielbergs Neuauflage des Musical-Klassikers „West Side Story“ haben die Lichtspielhäuser der Welt theoretisch in der Pipeline. Und vielleicht folgt der Corona-Krise tatsächlich der vom Vorstand der deutschen Filmförderungsanstalt (FFA) kürzlich prophezeite neue Boom für das Kino.

Datum: 12. Januar 2021, Text: kr/red, Bild: imago images / Bildgehege