Berlin-Friedrichshain: Wohnheim statt Notunterkunft

Keine Notunterkuft mehr

Die Berliner Stadtmission schließt die Notunterkunft in der Traglufthalle am Güterbahnhof. Bedürftige finden jetzt in einem Hostel eine Unterkunft rund um die Uhr.

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Amt für Soziales und die Berliner Stadtmission haben sich darauf verständigt, dass die im Rahmen der Berliner Kältehilfe genutzte Notunterkunft Traglufthalle am Containerbahnhof in dieser Saison nicht wieder geöffnet wird.

Wegfall wird kompensiert

In der Halle hatte es kürzlich einen Corona Ausbruch gegeben. Um das Risiko einer Wiederholung auszuschließen, bleibt diese Notunterkunft geschlossen. Stattdessen werden Bezirk und Stadtmission in dem Hostel, das derzeit als Quarantäne Unterkunft für Besucher der Notunterkunft genutzt wird, die als K1-Kontaktpersonen identifiziert wurden, ein Wohnheim mit 100 Plätzen einrichten. Damit soll der Wegfall der Notunterkunft in der Traglufthalle kompensiert werden.

Diese Wohnmöglichkeit wird, wie zuvor die Traglufthalle von der Stadtmission an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr betreut werden. Sozialamt und Gesundheitsamt werden die Einrichtung begleiten, unter anderem durch regelmäßige Tests und Beratung. Diese Entscheidung ist mit der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales abgestimmt und wird von dieser unterstützt.

Risiko wird ausgeschlossen.

Die derzeit 31 Bewohner der Quarantäne-Unterkunft können bis Ende März im Wohnheim verbleiben. Weitere ehemalige Besucher der Traglufthalle dürfen im Wohnheim einziehen, wenn Corona Tests bei ihnen negativ verlaufen sind. Mit dieser Entscheidung wird das Risiko eines erneuten Corona Ausbruchs in der großen Notunterkunft ausgeschlossen.

Die Zahl von 100 Kältehilfeplätzen wird durch 100 Wohnheimplätze mehr als kompensiert. Mit der Möglichkeit des ganztägigen Aufenthaltes der Wohnungslosen in Einzelzimmern des Wohnheims wird das Infektionsrisiko durch den sonstigen Aufenthalt auf der Straße und das Ansteckungsrisiko untereinander deutlich reduziert.

Notwendige Ruhe finden

Für die Mitarbeiter der Stadtmission werden durch diese Neuorganisation bessere und vor einer Corona Infektion besser geschützte Arbeitsbedingungen erreicht. Durch die ganztägige Unterbringung für die obdachlosen Gäste können diese die notwendige Ruhe finden, sich gesundheitlich und seelisch zu stabilisieren.

Es besteht die Chance, dass die Gäste durch sozialpädagogische Beratung und Vermittlung aus der Langzeitobdachlosigkeit geführt werden können, wie positive Erfahrungen anderer Einrichtungen zeigen, die während der Pandemie an den Start gegangen sind.

Datum: 29. Dezember 2020, Text: Redaktion, Bild: imago images/Sabine Gudath