Mit Strickmaschine am Kotti: Online-Ausstellung zeigt Claudia Skodas Werk

Die Sonderausstellung „Claudia Skoda. Dressed to Thrill“, die eigentlich Mitte Dezember in der Ausstellungshalle des Kulturforums eröffnet hätte, ist zunächst nur digital zu sehen.

Neben der Online-Ausstellung lädt eine umfangreiche Publikation zum Erkunden von Leben und Werk der Ikone der West-Berliner Mode- und Undergroundszene ein. Die Wände sind schwarz und mit Glitzer gestrichen, der Catwalk von Martin Kippenberger ist ausgelegt, viele Bilder hängen bereits an der Wand: Obwohl die groß angelegte Einzelschau zu Claudia Skoda, ausgerichtet von der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin, nahezu vollständig aufgebaut ist, muss sie aufgrund der aktuellen Lage erst einmal ins Frühjahr 2021 verschoben werden. Doch anhand der jetzt veröffentlichten Ausstellungspublikation und einer in Kooperation mit Google Arts & Culture entstandenen Online-Ausstellung können Besucherinnen dennoch eintauchen in die Modeszene der 1970er- und 80er-Jahre.

Von Kreuzberg in die Welt

Claudia Skoda revolutioniert bis heute mit ihren außergewöhnlichen Designs das Verständnis von Strickmode und hat den Look des 20. Jahrhunderts maßgeblich mitgeprägt. Ihre spektakulären Modenschauen sorgten ab Mitte der 1970er-Jahre international für Aufsehen. In Skodas  Wohn- und Arbeitsgemeinschaft fabrikneu in einer Fabriketage in der Zossener Straße in Kreuzberg traf sich die West-Berliner Bohème. Sie und ihre Freunde – darunter Martin Kippenberger, Ulrike Ottinger, Tabea Blumenschein, David Bowie, Luciano Castelli, Esther Friedman, Malaria!, Kraftwerk, Jim Rakete und viele andere – sorgten gemeinsam für die experimentierfreudige Energie und den legendären Zeitgeist dieser Jahrzehnte in West-Berlin.

Damit aber auch jetzt schon alle Interessierten einen Blick in die Schau werfen können, ist in Kooperation mit Google Arts & Culture eine begleitende Online-Ausstellung entstanden, die mit zahlreichen Originalfotografien in Claudia Skodas Werk einführt: Von den Anfängen in der Kreuzberger fabrikneu über die performanceartigen Konzept-Modenschauen und ihre Zusammenarbeit mit kreativen Wegbegleitern bis hin zu ihrem charakteristischen Strick-Stil und unkonventionellen Designs.

Datum: 26. Dezember 2020, Text: red, Bild: Claudia Skoda, Tabea Blumenschein & Jenny Capitain), Silbergelatine-Vintageprint, ca. 1977/78, © Ulrike Ottinger