Den Kollaps in den Berliner Krankenhäusern verhindern

Vivantes Corona

Die Berliner Krankenhäuser geraten nun an ihre Belastungsgrenzen. Allen voran die Rettungsstelle im Hotspot der Corona-Hotspots: Das Vivantes-Klinikum in Neukölln. 

Überfüllte Intensivstationen, überforderte Krankenpfleger und immer öfter Engpässe in den Krankenhäusern. In Berlins wichtigster und größter Rettungsstelle, dem Vivantes-Klinikum in Neukölln, musste kürzlich sogar die Feuerwehr eingreifen. Die Wehrmänner halfen bei der Verlegung von neun Patienten, für deren Behandlung vor Ort Ressourcen fehlten. Und obwohl die Versorgung zu jeder Zeit gewährleistet war – so die Feuerwehr auf Twitter – zeigt dieser Vorfall doch, wie kritisch die Lage ist. Der Druck auf die Rettungsstellen in der Stadt steigt, wie auch Vivantes-Sprecherin Mischa Moriceau gegenüber dem Berliner Abendblatt bestätigt: „Die Zahl der zu behandelnden Patienten ist aufgrund der Corona-Pandemie derzeit um ein Vielfaches höher als im Frühjahr – und sie steigt weiter, trotz der bisher von der Politik eingeleiteten Maßnahmen.“

Es gilt, das Gesundheitssystem zu entlasten

Um ein völliges Kollabieren des Gesundheitssystems zu verhindern, geht Deutschland nun in den harten Lockdown. Ein Schritt, den die Politik eigentlich nicht gehen wollte. Doch nun sehen sich die Regierenden dazu gezwungen. In Berlin haben die kommunalen Krankenhäuser – Vivantes und die Charité – mit rund 70 Prozent bislang die Hauptlast der Versorgung der Covid-Patienten getragen und kommen nun an ihre Belastungsgrenze. „Teile der Teams in den Kliniken sind schon jetzt überlastet. Dadurch gerät auch die Regelversorgung unter Druck.“, so die Vivantes-Sprecherin. Planbare Operationen wurden bereits verschoben, weniger dringende Termine auch. Das bedeutet, dass viele Vorsorge- und Routinemaßnahmen ausfallen.

Bessere Verteilung der Corona-Patienten

Nun fordert Vivantes eine gerechtere Verteilung von Covid-Patienten auf alle Kliniken. Vom Einsetzen weiterer Beschränkungen bis zu einer spürbaren Entlastung der Krankenhäuser vergehen aus epidemiologischer Sicht zehn bis 14 Tage. Bis dahin füllen sich die Intensivstationen vermutlich weiter. „Und – anders als im Frühjahr – steht Vivantes derzeit erst am Beginn der winterlichen Infektionssaison. Die Situation wird also noch die nächsten Wochen andauern“, so die Einschätzung der Sprecherin.

Datum: 17. Dezember 2020, Text: Anna von Stefenelli, Bild: Morris Pudwell