Berliner Hauptbahnhof: Neue S-Bahn-Verbindung kommt 2021

Bauarbeiten-S-Bahn-Wedding

In einem Jahr soll eine neue Nord-Süd-Route der Berliner S-Bahn den Betrieb aufnehmen.

Die neue S-Bahn-Verbindung zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof geht im letzten Quartal 2021 in Betrieb. Darüber informiert die Deutsche Bahn. Ursprünglich sollte es im Sommer losgehen. Wegen Corona sei es zu Verzögerungen gekommen. Die Trasse vom Nord- zum Südring soll auch dazu dienen, den Umsteigeknoten Friedrichstraße zu entlasten und den Hauptbahnhof besser erreichbar zu machen.

Vorläufige Endstelle unter dem Hauptbahnhof

Der erste, 3,9 Kilometer lange Abschnitt ist seit einem Jahrzehnt im Bau (unser Bild zeigt Brückenbauarbeiten in der Fennstraße). Er führt vom Ringbahnhof Wedding nach Süden und taucht kurz vor dem Hauptbahnhof in einen Tunnel ab. Ein Abzweig zum S-Bahnhof Westhafen gehört dazu. Nördlich der Invalidenstraße entsteht im Untergrund ein Behelfsbahnsteig, von dem aus der Hauptbahnhof per Aufzug erreichbar ist. Er wird die vorläufige Endstation der neuen Linie S15 sein, die den Bahnhof Gesundbrunnen mit dem Hauptbahnhof verbindet.

Die Bauarbeiten sollen im Sommer 2021 abgeschlossen sein, dann folgen Abnahmefahrten und ein Probebetrieb. Spätestens zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2021 soll es auf der neuen Strecke losgehen.

Schwierige Trasse bis zum Potsdamer Platz

Schwieriger als der erste Bauabschnitt dürfte das zweite und etwa 1,9 Kilometer lange Teilstück werden, das den Hauptbahnhof unterirdisch mit dem Potsdamer Platz verbindet. Geschätzte Bauzeit: sechs Jahre. Der Tunnel unterquert die Spree, dann teilt er sich auf. Eine Röhre führt westlich, die andere östlich um das Reichstagsgebäude herum. Vielerorts sind andere unterirdische Bauwerke im Weg. Um den Anschluss an den jetzigen Nord-Süd-Tunnel herzustellen, muss dieser zentrale Abschnitt der S-Bahn-Linien S1, S2, S25 und S26 mindestens 22 Monate gesperrt werden.

Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung der Berliner Zeitung.

Datum: 17. Dezember 2020, Text: Peter Neumann. Archivbild: imago images/STTP