Protest gegen schnelle Radroute durch Alt-Tegel

Alt-Tegel

Der Berliner Senat prüft eine Radschnellverbindung durch Alt-Tegel. Die Reinickendorfer FDP-Fraktion fordert eine andere Route.

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf spricht sich gegen den von der Senatsverwaltung ins Auge gefassten Radweg durch die Fußgängerzone und Flaniermeile Alt-Tegel aus. „Das würde das Flanieren und Einkaufen in Alt-Tegel unattraktiv und gefährlich machen“, so David Jahn. „Hier in Tegel können alle Generationen entspannt spazieren und einkaufen, ohne auf andere Verkehrsarten achten zu müssen. Ein Radschnellweg durch die neue Fußgängerzone in der Gorkistraße und die bestehende in Alt-Tegel sind völliger Irrsinn.”

Umfahrung über Brunowstraße und Buddestraße

Jahn weiter: „Der Ausbau der Radinfrastruktur ist richtig.“ Sein alternativer Vorschlag ist eine Umfahrung über „Am Tegeler Hafen“, „Brunowstraße“ und „Buddestraße“, wie es in einem Antrag der FDP-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung heißt. „Die Senatsverwaltung sollte hier einlenken und den Vorschlag von Jahn prüfen“, so die FDP-Fraktionsvorsitzende Mieke Senftleben. Demnächst befasst sich der Verkehrssausschuss mit dem Papier.

Kürzlich hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz die Abschlussberichte der Machbarkeitsuntersuchungen für weitere vier von insgesamt zehn geplanten Radschnellverbindungen veröffentlicht. Die Untersuchungen haben ergeben, dass die Strecken „Panke-Trail“ (RSV 4), „West-Route“ (RSV 5) und „Nonnendammallee-Falkenseer Chaussee“ (RSV 8) rechtlich und verkehrstechnisch machbar sind und einen positiven Kosten-Nutzen-Faktor aufweisen, hieß es. Die Verbindung „Spandauer Damm-Freiheit“ (RSV 7) wird im östlichen Abschnitt als machbar bewertet.

Mit dem Rad von Tegel bis zum Hauptbahnhof

Die drei noch ausstehenden Machbarkeitsuntersuchungen der Radschnellverbindungen „Mitte-Tegel-Spandau, „Ost-Route und „Reinickendorf-Route” werden im ersten Quartal 2021 veröffentlicht. Auf die “Reinickendorf-Route” beziehen sich die Reinickendorfer Liberalen. Der Trassenkorridor “Reinickendorf-Route” verbindet die Stadtteile Reinickendorf und Wedding mit der Stadtmitte parallel zur Stadtautobahn A 111. Der nördliche Teil soll den Bezirk Reinickendorf attraktiv an Tegel anbinden. Der folgende Abschnitt Richtung Mitte soll eine zügige Radverbindung von Tegel zum Hauptbahnhof schaffen. Die Strecke soll größtenteils über Wohnstraßen und Wege abseits von Straßen geführt werden. Ziel ist es, die Reinickendorf-Route mit der geplanten Radschnellverbindung “Mitte – Tegel – Spandau” zu verknüpfen.

Eine Übersicht zu möglichen Radschnellverbindungen in Berlin gibt es hier.

Datum: 12. Dezember 2020. Text: Nils Michaelis, Bild: imago images/Jürgen Ritter