Berlin-Malchow: Naturhof-Chefin mit Umweltpreis geehrt

Beate Kitzmann

Naturhofchefin Beate Kitzmann mit Berliner Naturschutzpreis geehrt. Die Umweltaktivistin ist seit mehr als 25 Jahren in Malchow beschäftigt.

Einst standen hier die Karossen der Genossen, die Stasi betrieb an der Malchower Dorfstraße Kfz-Werkstätten. In einem Teich am Ende des Geländes kurz vor der Grenze zu Pankow hielten die Mitarbeiter Karpfen – Silvester wollte man was Feines essen. Der ganze Hof war mit Beton versiegelt, noch 1991 war das einzige Grün, das hier wuchs, das in den Fugen der Panzerplatten.

Einst eine Betonwüste

Auch die Backsteinfassaden des märkischen Bauernhofs hatte man mit grauem Spritzputz zugekleistert. Wer die Bilder ansieht, die Beate Kitzmann in einem Ordner in ihrem Büro aufbewahrt, der traut seinen Augen nicht. Aus der Betonwüste, die 1991 von der Treuhand dem damaligen Bezirk Hohenschönhausen übergeben wurde, aus dem tristen Gelände mit asbestverseuchten Garagen ist ein lebendiger, ein grüner Ort für Mensch und Tier geworden. Für diese Leistung erhielt Beate Kitzmann, die Leiterin des Naturhofs Malchow, jetzt den Berliner Naturschutzpreis.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

1992 kommt Kitzmann als ABM-Kraft und wissenschaftliche Mitarbeiterin auf den Hof, auf dem eine Naturschutzstation entstehen soll. „Manchmal ist man zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Damals, als sich die Systeme Ost und West erst zusammenruckeln mussten, konnte Positives entstehen“, erinnert sie sich.

Zwei Jahre später übernimmt sie die Leitung auf dem Hof. Der Naturhof ist gewachsen, wie ein Baum streckt er heute seine Wurzeln über den ganzen Nordosten der Stadt aus und trägt Früchte. Der Verein Naturschutz Malchow bewirtschaftet 15 Hektar Streuobstwiesen, er pflegt Flächen, indem er schottische Hochlandrinder das ganze Jahr über draußen weiden lässt, betreibt ein Café und einen Cateringservice.

Große Resonanz unter der Bevölkerung

Die Stiftung Naturschutz Berlin vergibt jährlich den Berliner Naturschutzpreis. Der Preis wurde Beate Kitzmann von Stefan Tidow, dem Vorsitzenden des Stiftungsrats der Stiftung Naturschutz und Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, übergeben.

Zum Verein Naturschutz Berlin-Malchow e.V. gehören der Naturhof in Malchow, das Naturschutzzentrum Schleipfuhl und das Umweltbüro Lichtenberg. Bis zu 30.000 Menschen nutzen jährlich die Angebote des Vereins wie zum Beispiel die zahlreichen Veranstaltungen zum Arten- und Biotopschutz, zur Bio-Landwirtschaft, zur Biotop- und Gewässerpflege sowie zur Umweltbildung

Ein Video der Verleihung mit einer Dokumentation der Arbeit der Preisträgerin und zahlreichen Gratulationen aus Politik und Gesellschaft findet sich online.

Datum: 10. Dezember 2020, Text: Redaktion, S. Hildebrandt, Bild: Lichtenberger Rathausnachrichten/bbr
Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung der Berliner Zeitung.