Rathaus-Center Pankow: Corona-Hilfe für 600 San im Norden Namibias

San beim Feuermachen

Seit 20 Jahren unterstützt der Freundeskreis Ombili Berlin-Brandenburg e. V. in Kooperation mit der namibischen OMBILI Stiftung die San. Die Ureinwohner Namibias sind eine der ältesten Volksgruppen der Menschheit.

In diesem Jahr fehlen 95 Prozent der Einnahmen für die Menschen in Ombili allein dadurch, dass durch die Corona-Epidemie der Tourismus in Namibia auf der Strecke blieb. Der gut organisierte sanfte Tourismus in Ombili ermöglicht es den San, Kunsthandwerk an Touristen zu verkaufen, das sie in Heimarbeit oder ihren Werkstätten vor Ort in Handarbeit produzieren. Herstellung und Verkauf von Kunsthandwerk sind für viele Familien von Ombili die Grundlage ihres Lebensunterhaltes.

Wichtige Vorhaben gefährdet

Außerdem fehlen die Umsätze, die sonst auf Märkten oder durch Benefizkonzerte in Berlin-Brandenburg, an anderen Orten Deutschlands und in der Schweiz realisiert werden. Deshalb freut sich der Freundeskreis Ombili besonders, dass er vom 11. bis 20. Dezember im Rathaus-Center Pankow Ombili-Kunsthandwerk verkaufen kann.

Für die San bedeutet das Ausbleiben dieser finanziellen Mittel, dass wichtige Vorhaben gefährdet sind wie zum Beispiel das Fortführen der Vorschule, für die der namibische Staat die Gelder strich. In der Vorschule erlernen die Kinder, die nur ihre Stammessprache sprechen, die Landessprachen Afrikaans und Englisch als Voraussetzung für Schulbildung.

Im Kindergarten werden vierzig Drei- bis Fünfjährige auf die Schule vorbereitet. Das Internat ermöglicht 80 sozial schwachen, aber leistungsstarken Schülerinnen und Schülern von weit entfernten Nachbarfarmen ein gutes Lern- und Lebensumfeld.

Von Hand gefertigte Unikate

Um den San zu helfen, verkauft der Freundeskreis für Ombili über seine Website freundeskreis-ombili.de Kunsthandwerk. Ein 380 Seiten umfassender Kunsthandwerkkatalog zum Download ermöglicht einen Eindruck und eine Auswahl der von Hand gefertigten Unikate.

Darunter sind Schnitzereien aus Tambotiholz und afrikanischem Flieder, Körbe, Untersetzer, Mobiles, Schmuck, Brieföffner – gefertigt aus Materialien, das die San in ihrer Umgebung sammeln (zum Beispiel Stachelschweinborsten, Perlhuhnfedern, wilde Baumwolle). Das Tier-Legespiel „Carcassonne Safari“ kann über den Produzenten zugunsten von Ombili erworben werden.

Traditionelle Lebensräume vernichtet

Die San von Ombili können in Namibia nicht mehr wie einst als Jäger und Sammler leben. Ihr ehemaliges „Buschmannland“ wurde eingezäunt und in Farmen aufgeteilt. Seitdem sind ihre traditionellen Lebensräume vernichtet. 1989 begann die OMBILI Stiftung im Norden Namibias in der Nähe von Tsumeb, auf dem Gelände einer ehemaligen Farm den vom Aussterben bedrohten Khoi-San das Leben in unserer Welt zu ermöglichen.

Ziel ist es, die Jahrhunderte alten Traditionen dieser afrikanischen Ureinwohner in einer veränderten Umwelt zu bewahren. Unerlässlich für eine sanfte Integration in die moderne Gesellschaft sind dabei die Schwerpunkte Bildung und Arbeit. Inzwischen leben bei Ombili circa 600 San in den drei Dörfern Otjolo, Nepara und Olakula. Sie gehören zu den !Kung und Hai//om und sprechen eine jeweils eigene Sprache.

Datum: 8. Dezember 2020, Text: Redaktion, Bild: Frauke von Versen