Berlin-Reinickendorf: Bezirk geht gegen Trödelhändler und Müll vor

Müll Straße Berlin

Die Trödelmärkte in der Markstraße sorgen seit Jahren für Unmut unter Anwohnern. Der Bezirk kündigt ein härteres Vorgehen gegen illegale Händler und Müll in Reinickendorf-Ost an.

Bezirksstadtrat Sebastian Maack kündigt ein härteres Vorgehen in Reinickendorf-Ost an. Vor allem geht es dabei um ein geändertes Einsatzkonzept gegen illegale Straßenhändler in der Markstraße, mehr Kontrollen gegen illegale Müllentsorgung rund um die Trödelmärkte und ein konsequenteres Vorgehen gegen aggressive Obdachlose am Franz-Neumann-Platz.

Stadrat Maack sieht “zunehmende Verwahrlosung des öffentlichen Raumes”

 „Wir müssen in Reinickendorf-Ost eine zunehmende Verwahrlosung des öffentlichen Raumes beobachten, vor allem rund um den Franz-Neumann-Platz und die Markstraße“, so der AfD-Politiker. “Obwohl dort bereits seit Jahren der größte Einsatzschwerpunkt des Ordnungsamtes Reinickendorf liegt, werden wir hier in Zukunft noch härter durchgreifen.” Dazu seien neue Einsatzkonzepte entwickelt worden. Der Ermessensspielraum beim Strafmaß soll maximal ausgenutzt werden. Der Flohmarkt auf Reinickendorfer Seite werde im Laufe des nächsten Jahres schließen.

Nach Ende des Handels auf den Trödelmärkten in der Markstraße müsse der Kiez seit Jahren mit illegalen Müllablagerungen von Händlern kämpfen, die offensichtlich einen Teil der nicht veräußerten Ware beim Abtransport einfach auf die Straße legen, so Maack. “Das soll in Zukunft noch stärker überwacht werden, so dass hoffentlich einige auf frischer Tat überführt werden können.”

Gestohlene Ware auf der Straße verkauft

Gegen illegale Händler, die mutmaßlich gestohlene Shampoos, Süßwaren und Drogerieartikel auf der Straße verkaufen, wurde zusammen mit der Polizei ein neues Einsatzkonzept entwickelt. Neben der Sicherstellung der Ware werden in Zukunft auch Bußgelder verhängt. 

Das Ordnungsamt wird in Zukunft auch gegen Obdachlose rund um den Franz-Neumann-Platz vorgehen, das allerdings “sehr differenziert”, wie Maack betont. Hierzu teilt er mit: “Friedliche Obdachlose, die sich eine warme Mahlzeit abholen, bleiben auch in Zukunft unbehelligt. Aggressives Verhalten einiger weniger wird aber in Zukunft nicht mehr geduldet und durch Platzverweise geahndet.”

FDP-Fraktion fordert Kontrollen von Polizei und Zoll auf Trödelmärkten

Die Situation rund um die Trödelmärkte in der Markstraße war wiederholt Thema im Reinickendorfer Bezirksparlament. In einem Antrag fordert die FDP-Fraktion das Bezirksamt auf, gemeinsam mit dem Bezirksamt Mitte “dringend und konsequent” den sonntäglichen chaotischen Zuständen Einhalt zu gebieten. Gemeinsam mit Polizei und Zoll sollten mehrfach Kontrollen gegen Müllsünder, Produktpiraterie, Drogen- und Schwarzhandel durchgeführt werden. Zusätzlich müssten die Abstands- und Hygieneregeln im Zuge der Corona-Pandemie durchgesetzt werden.

Der FDP-Antrag ist am 11. Dezember Thema im Ausschuss für Bürgerdienste, Ordnungs- und Verwaltungsangelegenheiten. Die öffentliche Sitzung findet coronabedingt ab 17 Uhr als Videokonferenz statt. Mehr dazu ist hier zu erfahren. 

Datum: 8. Dezember 2020, Text: red/nm, Bild: imago images/Sabine Gudath