Mehr Geld für Berliner Kultur

Der Haushaltsausschuss fördert 2021 Museen, Musik und ein Glaubenshaus. 

Sobald die Sonne untergeht, erstrahlt das Theater des Westens in einem mahnenden Rot. Die Musicalstätte und viele andere Theater und Kulturorte machen derzeit erneut auf ihre existenzbedrohende Situation aufmerksam. Unter dem Hashtag #AlarmstufeRot setzen sie damit ein Zeichen für freischaffende Künstlerkollegen, Bühnen- und Backstage-Mitarbeiter.

Kultur fördern und stärken

Für einige andere Berliner Kulturstätten gab es in dieser Woche hingegen gute Nachrichten. So hat der Haushaltsausschuss des Bundestags in seiner Bereinigungssitzung die Vergabe von rund 180 Millionen Euro aus dem Etat von Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), an verschiedene Kultur- und Bildungsprojekte beschlossen. Das gab Haushaltsausschuss-Mitglied Klaus-Dieter Gröhler (CDU) nach der Sitzung bekannt.

Davon sollen neben der Urania und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz vor allem das House of Jazz in der Alten Münze und das House of One sowie das Jüdische Museum profitieren. Ersteres, ein von Trompeter Till Brönner initiiertes und nicht ganz unumstrittenes Zentrum für Jazz und improvisierte Musik, erhält eine Folgeförderung in Höhe von 13,2 Millionen Euro. Das als Herzstück des Areals geplante House sorgte in der Freien Szene für Proteste. Das Jüdische Museum bekommt unter anderem zur Ermöglichung freien Eintritts verteilt über die Jahre 2021 bis 2025 16 Millionen Euro. Damit soll auch finanzschwachen Berlinern die Möglichkeit zu einem Besuch gegeben werden.

Auch das House of One erhält eine Finanzspritze

Das „House of One“, das auf dem Petriplatz entsteht, erhält einen Zuschuss von zehn Millionen Euro. Gefördert wird laut Gröhler der technische Ausbau des Gesamtgebäudes, einschließlich des Innenausbaus und der Ausstattung. In dem Haus sollen Juden, Christen und Muslime gemeinschaftlich ihrer jeweiligen Religion nachgehen können und miteinander in den Dialog treten. Das Haus der drei Religionen wird darüber hinaus für jedermann offenstehen. Das „Jüdische Theaterschiff“, das als Theater, für Veranstaltungen verschiedener Formate und als Synagoge genutzt werden kann, wird verteilt über zwei Jahre mit 200.000 Euro gefördert. Die „MS Goldberg“ wurde durch den Trägerverein bereits angekauft und wird mobiler Ort der Begegnung für alle Kulturen sein, der landesweit Aufmerksamkeit erhalten dürfte. Der Heimathafen liegt in Spandau.

Gröhler zeigte sich auch über weitere Projekte, die von der Finanzspritze profitieren, begeistert. „Wir unterstützen 2021 Kultur und Bildung wieder in großem Umfang. Mit dem Romanischen Café, dem Else-Ury-Campus und dem Käthe-Kollwitz-Museum sind darüber hinaus drei meiner Herzensprojekte aus meinem Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf vertreten, was mich umso mehr erfreut.“

Datum: 2. Dezember 2020, Text: kr, Bild: imago images/PEMAX