Immobilienkonzern Heimstaden verpflichtet sich zu Mieterschutz

bei einer Protestkundgebung gegen den Verkauf von Haeusern und Wohnungen in Neukölln

Viele Mieter können aufatmen. Der schwedische Immobilienriese Heimstaden hat nach intensiven Verhandlungen für 82 Wohngebäude in Berlin eine Mieterschutz-Vereinbarung unterzeichnet.

Die Verhandlungen zwischen dem schwedischen Immobilienkonzern Heimstaden, den Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und für Finanzen sowie den Berliner Bezirken wurden erfolgreich abgeschlossen. Pünktlich zum Verbot überhöhter Mieten unterzeichnete Heimstaden am 20. November eine Vereinbarung über seinen Beitrag zur Erhaltung der sozialen Struktur in den betroffenen Milieuschutzgebieten. Diese Vereinbarung bietet umfänglichen Schutz für Mieter in 82 Häusern mit insgesamt mehr als 2.200 Wohnungen. Das geht aus Mitteilungen von Heimstaden und den besagten Senatsverwaltungen hervor.

Reguläre Mietverhältnisse

In der Vereinbarung mit den Bezirken verzichtet Heimstaden unter anderem für die Dauer von 20 Jahren auf die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Zudem sichert Heimstaden zu, möblierte Wohnungen mit befristeten Mietverträgen in reguläre unbefristete Mietverhältnisse umzuwandeln.

Im Rahmen einer Härtefallregelung sollen Modernisierungskosten außerdem nur in einem Umfang auf die Mieter umgelegt werden, welcher die Nettokaltmiete 30 Prozent des Haushaltseinkommens nicht übersteigt. Diese Zusagen gelten für zehn Jahre.

Langfristiges Engagement

„Wir freuen uns sehr über die Einigung mit den Berliner Bezirken und dem Berliner Senat. Heimstaden ist ein kundenorientiertes Unternehmen, das sich für einen guten Mieterschutz einsetzt, und mit unserem langfristigen Engagement übernehmen wir soziale Verantwortung auf dem Berliner Wohnungsmarkt“, sagt Patrik Hall, Vorstandsvorsitzender von Heimstaden.

Wenke Christoph, Staatssekretärin für Wohnen: „Das Land Berlin nimmt den Schutz der sozialen Zusammensetzung der Wohnbevölkerung sehr ernst. Nunmehr ist es in den Verhandlungen gelungen, Heimstaden auch davon zu überzeugen, dass die Einhaltung der Ziele des Milieuschutzes nicht fakultativ ist.”

Dieses Ergebnis sei ein Erfolg und bringt für die Mieter die Sicherheit, langfristig in ihrem Zuhause und ihrer Nachbarschaft bleiben zu können.“

Vorkaufsrecht abgewendet

Die Firma Heimstaden erwirbt in einem Paket insgesamt 130 Häuser in Berlin. 82 Objekte davon liegen in Milieuschutzgebieten in den Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg, Neukölln, Treptow-Köpenick, Spandau, Reinickendorf und Lichtenberg. In Milieuschutzgebieten haben die Bezirke ein Vorkaufsrecht, das mit einer Abwendungsvereinbarung abgewendet werden kann.

Datum: 23. November 2020, Text: Redaktion, Bild: imago images/Bildgehege