Berlin-Mitte: Die Invalidenstraße bekommt endlich einen geschützten Radweg

Arbeiten auf dem viel befahrenen Abschnitt zwischen Garten- und Brunnenstraße haben bereits begonnen.

Auf der Invalidenstraße in Mitte lässt sich die Mobilitätswende derzeit hautnah begutachten. Dort nämlich wird gerade der seit langem geforderte Radstreifen aufgetragen. Dieser soll das Radeln auf dem viel befahrenen Abschnitt zwischen Gartenstraße und Brunnenstraße sicherer machen. Bereits im September kündigte die Verkehrsverwaltung den geschützten Radweg an. Dieser soll 2,35 Meter breit und mittels Poller vom Autoverkehr abgetrennt werden. Ziel sei es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. „Weitere Maßnahmen sind für 2021 geplant“, erklärte der Senat in einem mit dem Hashtag “Vision Zero” versehenen Tweet.

Tempo 30 ohne spürbaren Erfolg

Die mangelnde Verkehrssicherheit auf dem Abschnitt wird seit Jahren bemängelt. Vor einem knappen Jahr verschärfte der tödliche Unfall an der Invalidenstraße die Kritik noch einmal. Damals war ein Porsche Macan in eine Fußgängergruppe gerast, vier Menschen wurden bei dem Unglück getötet. Kurz darauf wurde bereits eine Tempo-30-Zone auf dem Abschnitt umgesetzt. An der gefährlichen Lage, insbesondere für Radfahrer und Fußgänger, hatte sich dadurch allerdings nicht viel geändert. Im Zuge der Umbauarbeiten sind nun auch neue Tram-Haltestellen vorgesehen.

Ob der Unfall rechtliche Konsequenzen für den Fahrer des SUV haben wird, ist hingegen noch nicht entschieden. „Die Ermittlungen zur Unfallursache sind nach wie vor nicht abgeschlossen“, teilte Jan Thomsen, Sprecher von Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) zuletzt mit. Der Fahrer gibt an, einen Krampfanfall gehabt und darüber die Kontrolle über das Fahrzeug verloren zu haben. Viele Fragen bleiben weiterhin ungeklärt.

Datum: 17. November 2020, Text: kr/red., Bild: imago images / Steinach