Berlin-Charlottenburg: Neue Pläne für die Rudolf-Wissell-Brücke

Die Zukunft der Kleingärten an der Rudolf-Wissell-Brücke bleibt ungewiss. 

Neuer Ärger für Kleingärtner: Dass einige Kleingärten dem Neubau der Rudolf-Wissell-Brücke weichen müssen, sobald die entsprechenden Abschnitte der Stadtautobahn A 100 modernisiert werden, ist schon länger klar. Vermutlich ab 2023 soll es so weit sein. Doch wie viele Lauben tatsächlich geräumt werden müssen und wer nach Abschluss der Arbeiten wieder angesiedelt werden kann, ist nach wie vor unklar. Nun liegen neue Pläne für den Brückenumbau der Deges vor, die auch im Bezirksamt für Kritik sorgen.

Die aktuelle Planung der Deges für den Neubau geht von zwei getrennten Brücken für die Richtungsfahrbahnen aus, die jeweils 20,6 Meter breit sein würden und einen maximalen Abstand von 48 Metern zueinander hätten. Damit würden insgesamt 190 Meter breite Flächen für andere Nutzungen wie Kleingärten blockiert werden. Aktuell trennt die Autobahn den Bezirk in einer Breite von rund 110 Metern.

Versprechungen nicht eingehalten

Hält die Deges an dem Vorhaben fest, wären die bisherigen Versprechungen, dass die Kleingärten nach den Baumaßnahmen wieder angesiedelt werden könnten, für einen Großteil der jetzigen Parzellen nicht umsetzbar. „Für diese Planung gibt es keinen nachvollziehbaren Grund. Die von der Deges angeführten Richtlinien für Kurvenradien mögen in einer unbebauten Fläche Sinn machen, in einer bebauten Großstadt müssen die technischen Vorgaben der städtebaulichen Realität angepasst werden“, erklärt der Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrat Oliver Schruoffeneger. Die beiden Brückenteile müssten direkt aneinandergebaut und damit möglichst flächensparend angelegt werden, so der Grünen-Politiker.

Datum: 15. November 2020, Text: red, Bild: imago images / Jürgen Ritter