Marzahn-Hellersdorf: Die Mahlsdorfer Verkehrslösung bleibt umstritten

Nach jahrelangen Verzögerungen soll in Mahlsdorf de Tram ein zweites Gleis bekommen. Der Individualverkehr wird den Ortskern umfahren.

Noch immer schleicht die Tram in Mahlsdorf auf einer Spur durch den Ortskern – einmal von Norden nach Süden und wenig später wieder zurück. In der engen und kurvenreichen Hönower Straße, die zum Regional- und S-Bahnhof führt, gibt es nur ein Gleis. Der übrige Platz wird derzeit noch für Autos, Fahrräder und Fußgänger benötigt.

Permanente Umfahrung in Mahlsdorf

Das soll sich in den kommenden Jahren ändern.  Die neuen Streckenführungen sehen vor, dass künftig der Hultschiner Damm auf Höhe des Gründerzeitmuseums östlich abzweigen wird, und der Individualverkehr über die B1/B5 und dann über die Straße An der Schule geführt wird. Auf der Hönower Straße kann dadurch die Straßenbahn zweigleisig ausgebaut werden und dann in einem viel dichteren Takt fahren. Auf Höhe der Pestalozzistraße sollen sich die Trassen des PKW- und des Tramverkehrs wieder treffen und zum S-Bahnhof Mahlsdorf unter der Brücke weitergeführt werden.

Straßenbahntrasse der BVG ist bald fertig geplant

Laut Senatsmitteilung sollen die Vorplanungen für die Straßenbahntrasse durch die BVG bis Ende 2020 beendet sein. Danach könnte ein bereits beauftragtes Planungsbüro mit der Entwurfsplanung starten. Derweil hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz auch die Entwurfsplanung für die Straßenbaumaßnahme fertiggestellt. Das Planfeststellungsverfahren soll im März 2021 eingeleitet werden. „Dass es nun einen klaren Zeitplan für den Beginn des Planfeststellungsverfahrens für den Neuen Hultschiner Damm gibt, zeigt, dass es endlich mit der Verkehrslösung für Mahlsdorf vorangeht“, teilt dazu Björn Tielebein, Sprecher der Marzahn-Hellersdorfer Fraktion der Linken mit.

Das Planfeststellungsverfahren für die Straße sei wiederum losgelöst von der Straßenbahn zu sehen. „Es muss unser Ziel sein, im nächsten Jahr auch endlich mit dem Planfeststellungsverfahren für den zweigleisigen Ausbau der Straßenbahn beginnen zu können, damit die Mahlsdorfer, wie im Nahverkehrsplan vorgesehen, ab 2025 endlich einen stabilen 10-Minuten-Takt im Tram-Verkehr haben“, erklärt Kristian Ronneburg, Bezirksvorsitzender der Linken in Marzahn-Hellersdorf.

CDU-Opposition sieht zu viele ungeklärte Details

Die  Einschätzung des aktuellen Planungsstandes im Bauverfahren fällt von Seiten der Marzahn-Hellersdorfer CDU-Fraktion weniger gefällig aus. „Für das Nadelöhr am Bahnhof Mahlsdorf ist bis dato noch keine Lösung gefunden worden“, heißt es in deren Mitteilung. Man sehe weiterhin keine Entlastung für den Ortskern Mahlsdorf.

Auch die Verkehrssicherheit vor der neuen Oberschule sowie die Nutzung der künftig nicht mehr benötigten Tram-Wendeschleife sei ungeklärt. „Wir sind heute keinen Schritt weiter als zu Beginn der Wahlperiode. Wesentliche Fragen der Verkehrsführung für einen verlässlichen Tramtakt und die verkehrliche Entlastung des gesamten Ortsteilzentrums sind weiterhin ungeklärt“, sagt Mario Czaja, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und Vorsitzender der CDU Marzahn-Hellersdorf. Seine Kritik an den Plänen machen sich weiterhin in der Verkehrsregelung am S Bahnhof Mahlsdorf dem Schutz der Wohngebiete vor drohendem Durchgangsverkehr sowie der Verkehrssicherheit vor der Neuen Schule fest.

Datum: 5. November 2020, Bild und Text: Stefan Bartylla