Berlin-Charlottenburg: Huthmacher-Haus bleibt erhalten

Huthmacherhaus-Charlottenburg

Der Abriss des Huthmacher-Hauses gegenüber vom Bahnhof Zoologischer Garten ist vom Tisch.

Stattdessen soll die schmale Hochhausscheibe „rivitalisiert“ werden. Das gab die Immobiliengesellschaft Bayerische Hausbau jetzt bekannt. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Frühjahr beginnen und 2023 abgeschlossen sein. Demnach bedarf das über 15 Stockwerke und rund 15.800 Quadratmeter Nutzfläche verfügende Gebäude einer Erneuerung des Brandschutzes und der technischen Gebäudeausrüstung.

Beispielsweise werden die Warmwasserleitungen und die Lastenaufzüge neu installiert sowie die Decken und Flurwände vereinheitlicht. Zudem werden neue Böden und Sanitäranlagen erstellt. Die Fassade werde durch eine Grundreinigung aufgefrischt.

Keine Genehmigung für Neubau

Die Newport Holding hatte das Huthmacher-Haus vor gut zwei Jahren von der Bayerischen Hausbau gekauft, um das Gebäude abzureißen und durch einen 90 Meter hohen Turm, zu ersetzen. Für dieses Projekt gab es allerdings keine Genehmigung durch das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Infolgedessen wurde der Verkauf rückgängig gemacht.

Der Berliner Landesdenkmalrat und das Landesdenkmalamt hatten sich zuvor gegen den Abriss des Gebäudes am Hardenbergplatz ausgesprochen. Auch die Linke-Fraktion setzte sich in einem Antrag im Bezirksparlament dafür ein, den prominenten Bau zu erhalten. Das markante Hochhaus war von 1955 bis 1957 von den Architekten Paul Schwebes und Hans Schoszberger gestaltet worden. Es bildete einen Teil des „Zentrums am Zoo“, das besonders der Bekleidungsindustrie diente. Heute heißt das gesamte Gebäudeensemble „Bikini Berlin“.

Datum: 2. November 2020, Text: red/nm, Bild: imago images/Jürgen Ritter