Berlin-Wedding: Prime Time Theater geht früher in den Lockdown

Prime Time Theater an der Müllerstraße geht schon einige Tage früher in Zwangspause.

Ab Montag geht es für Theater und Kulturstätten wieder in den Shutdown. Mindestens bis Ende November gehen die Bühnen in eine coronabedingte Zwangspause. Das Prime Time Theater an der Weddinger Müllerstraße reagierte sogar noch schneller auf die jüngste Entscheidung von Bund und Ländern zu einem erneuten Lockdown. Die Verantwortlichen des Hauses hätten eine Entscheidung gefällt, die schwerfiel, aber dringend geboten erscheint. „Bereits am 29. Oktober schließt das Theater samt RAZ Café im Foyer seine Türen“, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung.

Gekaufte Tickets behalten Gültigkeit

„Humor, Liebe und Gesundheit sind die wichtigsten Dinge im Leben. Jetzt gilt es, sie alle gleichermaßen zu bewahren”, begründet Intendant Oliver Tautorat das frühzeitige Handeln. „Wir wollen unsere Gäste, Fans wie auch alle Kolleginnen und Kollegen bestmöglich schützen, damit wir hoffentlich bald wieder alle gemeinsam frei lachen können. Sicher ist sicher.” Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit. Sie können auch jetzt oder später umgetauscht, in einen Gutschein umgewandelt oder erstattet werden, Beratung gibt es per Mail an info@primetimetheater.de. „Wer kann und mag”, sagt Tautorat, „kann seine Karten unserem Theater aber auch spenden. Das ist in dieser Situation natürlich sehr hilfreich, und beim letzten Lockdown haben wir hier sehr viel Solidarität erlebt, die uns ans Herz gegangen ist.”

Aus Not kreativ

Dass aus einer Zwangspause auch viel Kreatives entspringen kann, hatte das Ensemble im Sommer bewiesen. So hatte das Theater in einzigartigen Kiez-Kooperationen etwa ein Open-Air im Strandbad Plötzensee gespielt, dann zunächst mehrere bestehende Folgen von Gutes Wedding, schlechtes Wedding und zuletzt sogar eine eigene Theaterfilm-Produktion ins Kino gebracht. “Auch diesmal werden wir uns wieder Neues und Überraschendes einfallen lassen”, so Tautorat: “Versprochen!”

Datum: 30. Oktober 2020, Text: kr/red., Bild: imago images / Stefan Zeitz