Berlin-Charlottenburg: Hoffnung auf mehr Milieuschutz

Das Milieuschutzgebiet Klausenerplatz könnte doch noch ausgeweitet werden.

Seit knapp neun Monaten gilt das Erhaltungsgebiet „Klausenerplatz“ bereits. In diesem Kiez sollen Mieter also vor Mieterhöhungen und dem Verkauf ihrer Wohnhäuser an Investoren geschützt werden. Die SPD-Fraktion im Bezirksparlament (BVV) möchte nun ein erstes Fazit ziehen und fordert das Bezirksamt auf, entsprechende Daten zum Erfolg des Milieuschutzes rund um den Klausenerplatz vorzulegen.

Den Bewohnern des Bezirks wiederum genügen die Bemühungen der Behörde bislang nicht. Zum einen sei das Milieuschutzgebiet im Kiez viel kleiner als ursprünglich gefordert, zum anderen hoffen auch in anderen Kiezen in Charlottenburg und Wilmersdorf Anwohner auf mehr Schutz vor Verdrängung. Zwei Wohngegenden, die Schloßstraße und der Kiez rund um das Amtsgericht, wurden etwa nicht in der „sozialen Erhaltungsverordnung“ berücksichtigt.

Ausweitung des bestehenden Milieuschutzgebiets gefordert

Und auch das seit langem geforderte Milieuschutzgebiet „Fasanenplatz“ lässt weiterhin auf sich warten. Es wäre das erste Schutzgebiet in Wilmersdorf. Derweil ist im Bezirksparlament eine Diskussion darüber entbrannt, ob die Voraussetzungen, die ein Milieuschutzgebiet möglich machen, noch zeitgemäß sind oder nicht vielmehr einer Anpassung bedürfen. „Im Wesentlichen geht es um die Frage, ob die vor Jahren festgelegten Indikatoren der heutigen Situation noch gerecht werden.

Kompliziert wird eine Ergebnisfindung durch die Frage der Zuständigkeit“, heißt es dazu von der SPD-Fraktion, die sich für Milieuschutz rund um die Bundesallee, Spichernstraße und Lietzenburger Straße einsetzt. Ob das bestehende Milieuschutzgebiet erweitert wird und wann die geforderten Erhaltungsverordnungen Wilmersdorf erreichen, könnte sich in einer der kommenden BVV-Sitzungen klären. 

Datum: 30. Oktober 2020, Text: kr, Bild: imago images/Jürgen Ritter