Online-Seminar für Alzheimer-Betroffene

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In Deutschland gibt es immer mehr Alzheimer-Patienten und Corona macht die Situation für sie nicht einfacher. Ein Seminar soll helfen.

In Deutschland gibt es immer mehr Alzheimer-Patienten. So ist der Anteil der Betroffenen bei der KKH Kaufmännische Krankenkasse zwischen 2009 und 2019 bundesweit um 81 Prozent gestiegen. Das teilte die Krankenkasse in einer Pressemitteilung mit. Vor allem Frauen sind von Alzheimer betroffen.

Viel Stress für alle Beteiligten

Laut KKH-Auswertung sind mehr als zwei Drittel der Alzheimer-Patienten weiblich. Die Krankheit ist eine Form von Demenz verursacht den Verlust der geistigen Fähigkeiten und eine schleichende Veränderung der Persönlichkeit.  „Für Familienangehörige und Pflegende ist die Diagnose Demenz häufig eine große Herausforderung. Denn die Beeinträchtigungen können in viele Bereiche des persönlichen Lebens hineinreichen und Scham und Schuldgefühle auslösen.” 

Eine veränderte Sprache oder starke Unruhe der Demenzerkrankten erfordern zum Beispiel Geduld und Verständnis“, erklärt Andrea Schneider, Leiterin der Pflegekasse bei der KKH. Und weiter: „Viele Angehörige, Nachbarn oder Freunde sind zudem schockiert, wenn Alzheimer-Kranke aggressiv oder gar bösartig werden.” Auch, ungehemmt mit Schimpfwörtern und Beleidigungen um sich zu werfen, sei bei Betroffenen keine Seltenheit. Die Corona-Situation mit den erforderlichen Abstands- und Hygienemaßnahmen und reduzierten Betreuungs- und Kontaktmöglichkeiten kommt für viele Betroffene und Angehörige aktuell erschwerend hinzu. 

Online-Seminar soll Betroffenen und Angehörigen Hilfe bieten 

Deshalb bietet die KKH Interessierten am Dienstag, 3. November, um 17 Uhr ein kostenfreies Online-Seminar an. Darin spielen Fragen und Antworten rund um das Thema Pflege und Demenz eine Rolle. Anmeldungen sind über das Internet möglich: kkh.de/online-pflegeseminare. Das Seminar mit dem Titel „Der vertraute Fremde – Demenzerkrankte in der Familie“ wird in Kooperation mit der famPLUS Gmbh durchgeführt und von Sabine Tschainer, Inhaberin des Instituts Aufschwung galt, geleitet.

Reden über die Sorgen und Nöte von Betroffenen

Die Expertin für Demenz in der Alten- und Gesundheitspflege verfügt als Diplom-Theologin und -Gerontologin über langjährige Praxiserfahrungen. Sie kennt die Sorgen und Nöte von Betroffenen. In dem KKH-Seminar klärt sie die Teilnehmer über Entlastungsangebote auf und hilft dabei, individuelle Bewältigungsstrategien zu finden. „Den Ansatz der wertschätzenden und deeskalierenden Begleitung von alternden Menschen, den Sabine Tschainer mit ihrem Team verfolgt und vermittelt, halten wir für ausgesprochen wichtig. Angesichts der steigenden Fallzahlen sollten wir uns als Gesellschaft diesem Thema stellen und sowohl Betroffenen als auch Pflegenden mit dem nötigen Respekt begegnen“, erklärt Andrea Schneider.

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Datum: 29. Oktober 2020, Text: red/ast, Bild: Getty images/ stefanamer