Berlin-Spandau: Hier schlummert ein Energiewunder

Altstadt Spandau

Eine Studie sieht großes Potenzial für Solarstrom auf Dächern der Altstadt.

Aktuell werden in der Spandauer Altstadt nur 0,1 Prozent des Strombedarfs durch Photovoltaik-Anlagen vor Ort gedeckt. “Hier liegt ein bislang unausgeschöpftes Potenzial zur Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase”, heißt es aus dem Bezirksamt. Die Leitstelle für Nachhaltigkeit und Klimaschutz  habe deshalb das Berliner Reiner Lemoine Institut beauftragt, die Eignung der Dächer für die Nutzung von Solarenergie zur Stromversorgung der  Altstadt zu untersuchen und zu bewerten. 

Denkmalschutz berücksichtigt

Anhand eines zuvor festgelegten Kriterienkatalogs, der sowohl technische, wirtschaftliche wie auch gesetzliche Aspekte wie Denkmalschutz berücksichtigt, wurde für jedes der annähernd 500 Gebäude das Solarstrompotenzial ermittelt. Das Ergebnis: 51 Prozent der Gebäude seien sehr gut oder gut geeignet, hinzu kommen 14 Prozent der Gebäude, die bedingt geeignet sind.

Insgesamt wäre laut den Berechnungen auf den Dächern der Altstadt eine Solarstromerzeugung von 2,1 Gigawattstunden im Jahr bei einem berechneten Strombedarf von 12,2 Gigawattstunden möglich. “Bei Nutzung dieses Potenzials könnte der bisherige Anteil des Solarstroms vom Dach von 0,1 Prozent auf 17,5 Prozent erhöht werden.”

Baustadtrat: “Wirtschaftlicher Betrieb der Anlagen ist möglich.”

Baustadtrat Frank Bewig (CDU): „Die Studie zeigt ein signifikantes Potenzial für den Einsatz von Photovoltaik (PV) auf den Dächern der Altstadt. Sie ermittelte für die Mehrzahl der Gebäude, dass selbst bei erschwerten Bedingungen der wie Denkmalschutz, hohe Verschattung oder einem kleinen Dach ein wirtschaftlicher Betrieb von PV-Anlagen unter derzeitigen Kosten- und Förderstrukturen möglich ist.“

Die Studie liegt in digitaler Form auf der Website der Klimawerkstatt Spandau vor. Besitzer, die an den Bewertungsergebnissen für ihre Gebäude interessiert sind, können sich an Corina Weber, Leitstelle für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, per E-Mail unter c.weber@ba-spandau.berlin.de wenden oder an das Altstadtmanagement Spandau.

Datum: 27. Oktober 2020, Text: red, Bild: imago images/Schöning