Berlin-Reinickendorf: Bilanz zu Tempo 30 in der Residenzstraße

Residenzstraße-Reinickendorf

Was bringt die Tempo-30-Regelung in der Residenzstraße? Der Senat hat Zahlen vorgelegt.

Die Residenzstraße ist eine von 33 Berliner Straßen, für die der im vergangenen Jahr verabschiedete Luftreinhalteplan des Senats eine Verkehrsberuhigung vorsieht. Seit letztem Oktober gilt auf dem Abschnitt zwischen Amendestraße und Lindauer Allee Tempo 30. Um diesen Schritt hatte es heftigen politischen Streit gegeben. Während die CDU „künstliche Staus“ auf der wichtigen Durchgangsstraße befürchtete, versprachen sich die Grünen einen besseren Verkehrsfluss und eine geringere Schadstoffbelastung.

10.247 Verfahren gegen Autofahrer

Ein Jahr später hat sich die Abgeordnete Bettina König (SPD) bei der von Regina Günther (Grüne) geführten Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erkundigt, wie die Geschwindigkeitsbegrenzung durchgesetzt wurde und welche Konsequenzen die Drosselung des Tempos hatte. Das Ergebnis: Insgesamt sieben Mal wurden Geschwindigkeitsüberwachungen durchgeführt. Im Anschluss wurden 10.247 Ahndungsverfahren eingeleitet, wobei die Höchstgeschwindigkeit bei 84 Kilometer pro Stunde lag. Was das Tempolimit der Umwelt bringt, könne erst nach der Auswertung im ersten Quartal 2021 gesagt werden.

Abgeordnete: Lieber einheitliches Tempolimit

Auf dem Teilstück zwischen Franz-Neumann-Platz und Amendestraße ist auch zukünftig keine Anordnung von Tempo 30 vorgesehen. „Sicherlich wäre es für alle Verkehrsteilnehmer transparenter, wenn die Verkehrssenatorin die gesamte ,Resi’ mit einer einheitlichen Geschwindigkeitsbegrenzung versehen würde“, sagt König. Ein „ständiger Wechsel“ zwischen Tempo 30 und Tempo 50 sei verwirrend. Daher sei die gegenwärtige Regelung in der Residenzstraße kein Vorbild für andere Magistralen im Bezirk. Gleichwohl sieht auch König wichtige Effekte für die Luftqualität durch das gedrosselte Tempo. 

Datum: 26. Oktober 2020, Text: nm, Bild: imago images/Jürgen Ritter