Berlins schlimmstes Wohnhaus: Spritzen und Fäkalien statt Wärme

Wohnhaus Kleiststraße

Die Mieter im Gewobag-Wohnhaus in der Kleiststraße klagen über untragbare Zustände.

Eine Heizung, die immer wieder ausfällt, eiskalte Räume und Schimmel an den Wänden … das sind bei weitem nicht die einzigen Probleme, mit denen sich die Bewohner des Gebowag-Wohnhauses in der Kleiststraße herumschlagen müssen. In „Berlins schlimmsten Wohnhaus“ – wie so mancher das Gebäude nennt – trauen sich einige Bewohner nicht einmal ins Treppenhaus.

Doch vermeiden lässt sich das nicht immer. Wenn der Fahrstuhl ausfällt, müssen sie über Obdachlose, Drogenabhängige und Kot durch das Treppenhaus steigen. Wohl ist dabei den wenigsten Mietern der 112 Wohnungen an der Schöneberger Kleiststraße, wie ein Anwohner gegenüber dem Berliner Abendblatt bestätigt. Immer wieder versuchen die Mieter sich durch Beschwerden Verbesserung zu verschaffen – getan hat sich bisher noch nichts.

Heizung und Warmwasser fallen regelmäßig aus

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag hatte das Gebäude im Juli 2018 gekauft. Schon im darauffolgenden Winter klagten die Mieter über die ständig ausfallende Heizung. Reaktionen gab es bisher kaum. Man sei sich der unglücklichen Umstände bewusst, schreibt Gewobag-Sprecherin Anne Grubert auf Presseanfragen.

Derzeit werde die gesamte Kesselanlage in dem Haus erneuert. „Das Wohl unserer Mieter ist uns sehr wichtig. Wir versichern, dass wir alles daran setzen, die Probleme schnellstmöglich zu beheben“, sagt Grubert. Wie ein Bewohner gegenüber dem Berliner Abendblatt sagte, sei es in der Wohnung manchmal fast so kalt wie im Freien – und ohne Heizung und Warmwasser kaum auszuhalten. Doch damit nicht genug: Im Treppenhaus wohnen demnach Drogenabhängige und Obdachlose. Überall lägen Heroin-Spritzen und Kot herum. Sogar eine Matratze sei ins Treppenhaus befördert worden. 

Datum: 22. Oktober 2020, Text: Anna von Stefenelli, Bild: Stefan Bartylla