Steglitz-Zehlendorf: Bezirksparlament fordert Abriss des Mäusebunkers

Mäusebunker Steglitz-Zehlendorf

Der Rückbau des “Mäusebunkers” am Hindenburgdamm wurde für dieses Jahr abgeblasen. Das Bezirksparlament von Steglitz-Zehlendorf setzt ein anderes Signal.

Das Bezirksamt wird aufgefordert, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass
das Gebäude für die Zentralen Tierlaboratorien der Freien Universität am Hindenburgdamm, im Volksmund „Mäusebunker“ genannt, abgerissen wird. Die Überprüfung des Denkmalschutzstatus soll abgebrochen werden. Das hat die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Steglitz-Zehlendorf jetzt auf Initiative der CDU-Fraktion beschlossen.

CDU: Hype um Mäusebunker ist von kurzer Dauer

„Mit dem Abriss würde man dem Willen der Charité entsprechen, die genau hier für den Campus Benjamin Franklin einen neuen Forschungsstandort sieht“, heißt es zur Begründung des Antrags. „Dieser bietet für den Bezirk gewiss bessere Perspektiven, als einem besonders hässlichen Beispiel für den West-Berliner Brutalismus der 1970er Jahre den Status des Bau- und Kulturdenkmals zu verhelfen.“ Der Hype um ein Gebäude in diesem Stil werde nicht von Dauer sein – eine Unterschutzstellung schon. In einem Antrag der FDP-Fraktion wird der Bezirk gebeten zu prüfen, welche Maßnahmen notwendig sind, um den “Mäusebunker” als Charité-Standort in Lichterfelde weiterzuentwickeln. Dieser Antrag scheiterte in der BVV.

Tausende Unterstützer für Erhalt des Betonklotzes

Laut Berliner Landesdenkmalamt und Denkmalrat erfüllt das Gebäude die Kriterien eines Baudenkmals, berichtet der rbb. Ursprünglich wollte die Charité den asbestbelasteten Betonbau aus den 80er-Jahren in diesem Herbst abreißen, um Platz für einen neuen Wissenschaftscampus zu schaffen. Tausende Unterstützer einer Online-Petition sprachen sich für den Erhalt des maroden und leerstehenden Gebäudes aus. Der Abriss ist in diesem Jahr vom Tisch. Ein Ideenwettbewerb für die Nachnutzung des Geländes wird vorbereitet.

Datum: 22. Oktober 2020, Text: red/nm, Bild: imago images/Joko